Skispringen vor kleiner Gästekulisse
Geschrieben von Angéle Kerdraon   
Thursday, 4. February 2010

Titisee-Neustadt - Eine ausgezeichnet präparierte Sprungschanze in Titisee-Neustadt, eine perfekte Langlaufstrecke in Hinterzarten, Sonnenschein und total begeisterte Athleten und Funktionäre: Dennoch ließ sich das Schwarzwälder Publikum aus welchen Gründen auch immer, nicht vom Ofen vorlocken und blieb lieber zu Hause als sich das Continentalcup-Skispringen und die Nordische Kombination anzusehen.

Lediglich gerade mal zirka 1200 Zuschauer fanden am Freitag zum Training und am Samstag zum Wettkampf den Weg ins Schmiedbachtal und ins Adlerstadion. Am Sonntag mussten beide Wettkämpfe abgesagt werden, weil der Regen und der Wind einen Strich durch die Rechnung machten. Doch den wenigen Zuschauern wurde ein Sporterlebnis mit Top-Niveau geboten, bei dem die Österreicher beim Spezialspringen wieder einmal mehr dominierten. Michael Heyboeck und Björn Koch gelang es mit den größten Weiten auf den ersten und zweiten Stockerlplatz zu fliegen. "Die Schanze ist einfach spitze und liegt mir total", freute sich Heyboeck über seine gute Leistung. Schließlich geht es jetzt um die Wurst und die Entscheidung, wer bei der Juniorenweltmeisterschaft in Hinterzarten mit dabei sein darf. Auf Rang drei landete der Tscheche Borek Sedlak. Sah es beim ersten Durchgang noch gut aus, musste das Trio um ihre Plätze zittern. Aufgrund der Windverhältnisse entwickelte sich der zweite Durchgang zu einer dramatischen Zitterpartie. Insgesamt dreimal sah sich die Jury gezwungen, den Anlauf zu kürzen und die Springer mussten erneut starten. Pech hatte dabei der DSV-Springer Tobias Bogner, der nach dem weitesten Sprung im ersten Durchgang den Wettbewerb anführte, im zweiten Durchgang ein absolutes Windloch erwischte und es nur auf einen 87 Meter langen Flug schaffte. Ebenso wenig Glück hatte DSV-Springer Richard Freitag, der bei optimalem Aufwind auf die Schanzenrekordweite von 148 Metern sprang und dabei in den Schnee griff.

In Hinterzarten, wo die Kombinierer im Adlerstadion ihre Langlaufrunden drehten, sicherten sich die beiden Deutschen Sebastian Reuschel und Christian Beez die Plätze eins und zwei. Den dritten Platz schaffte der Österreicher Dominik Dier, der nach dem Springen noch in Führung lag. "Ich habe dann aber das Reißen ins Kreuz bekommen und konnte nicht mehr so schnell laufen", bedauerte er, den begehrten Sieg verschenkt zu haben. Dennoch freute sich der Österreicher über das Glas Schwarzwaldhonig und die Siegprämie. "Mir ist es egal, was ich bekomme, ich bin froh, dass ich überhaupt einmal eine Prämie erhalte", meinte er schelmisch.