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Titisee-Neustadt - Während viele Kommunen mit Besorgnis in das neue Jahrzehnt blicken, kann sich die Wälderstadt Titisee-Neustadt durch die Ansiedlung der Messgerätefirma Testo und den Bau des Badeparadieses Schwarzwald beruhigt zurücklehnen und sich auf eine Zunahme der Gewerbesteuer in den nächsten Jahren freuen.
Die Schwarzwaldmetropole Titisee-Neustadt ist eine Doppelstadt und besitzt wie nur wenige Städte zwei Schwerpunkte. Das sind in Neustadt die Industrie und das gewerbliche Potenzial mit 400 Gewerbe- und Handelsbetrieben und in Titisee ist es der Tourismus, mit den Traumzahlen von jährlich zwei Millionen Tagesgästen und 520000 Übernachtungen und einem Umsatz von zirka 30 Millionen Euro. Härter als in anderen Städten der Region hat die Doppelstadt aber die Folgen der globalen Wirtschaftskrise getroffen, die an der ehemaligen Kreisstadt nicht spurlos vorübergegangen ist. Dennoch lässt man sich in der Wälderstadt nicht entmutigen und hat schon längst reagiert. "In den letzten Jahren wurden in unserer Stadt zahlreiche Projekte und Maßnahmen verwirklicht und angestoßen und weitere sind für die Zukunft geplant", unterstrich Bürgermeister Armin Hinterseh im SÜDKURIER-Gespräch. Zu nennen ist die Ansiedlung der Firma Testo, der Bau des "Badeparadies Schwarzwald", Erschließung neuer Gewerbe- und Wohngebiete, Konzepte für die Stadt Neustadt sowie Zentren zur Attraktivitätssteigerung. "Titisee-Neustadt ist eine Stadt im Wandel", betont die nach Hinterseh wohl wichtigste Person im Rathaus, die seit einigen Monaten tätige Wirtschaftsförderin Alexandra Christoffel. Sie soll sich für eine weitere Stärkung des Wirtschafts- und Tourismusstandortes einsetzen. Große Hoffnung setzen die Stadt und ihre Bürger auf die im Frühjahr 2010 geplante Ansiedlung der Weltfirma Testo AG in Titisee. "Schon in wenigen Jahren werden dort 1200 Arbeitsplätze zur Verfügung stehen", untermauert der Neustädter Bürgermeister die positiven Folgen für die Stadt und ihre Menschen. Bereits Ende 2011 sollen die ersten 300 Testo Mitarbeiter im neuen Firmengebäude einziehen.
Hinterseh sieht in dieser Standortwahl den Beginn einer neuen Epoche, die mehr Arbeitsplätze als bisher schafft, für höhere Gewerbesteuereinnahmen und die Ansiedlung von Arbeitskräften mit der Folgeansiedlung von Gewerbe sowie für eine Kaufkrafterhöhung sorgt, wovon sowohl der Einzelhandel und die Gastronomie profitieren. "Außerdem wird dadurch der Wirtschaftsstandort gestärkt", sind sich Hinterseh und Christoffels einig.
Die Wälderstadt ist auch für weitere Betriebsansiedlungen gerüstet, wofür acht Hektar neue Gewerbefläche geschaffen wurde. "Ein weiterer Ausbau ist geplant und ein direkter Anschluss zur B31 über einen neuen Kreisel ist auch vorgesehen", blickt Hinterseh zuversichtlich in die Zukunft. Interesse an weiteren Betriebsansiedlungen von Schreinereien, Bäckereien, Einzelhandel und Gastronomie besteht erfreulicherweise auch. Riesengroße Hoffnung setzt man in Titisee-Neustadt auf das neue "Badeparadies Schwarzwald", das derzeit ebenfalls in Titisee für die Summen von 30 Millionen Euro gebaut wird und dessen Fertigstellung bereits an Weihnachten 2010 vorgesehen ist. Zahlreiche Attraktivitäten wie ein Wellnessbereich, große Sportbecken, tropisches Ambiente und Deutschlands zweitgrößte Rutschenanlage sollen die Gäste an 365 Tagen in den familienfreundlichen Schwarzwald locken. Neben der Schaffung von 200 neuen Arbeitsplätzen wird sich das Bad auch positiv auf den Tourismus auswirken, wie beispielsweise auf einen verlängerten Aufenthalt und hinzu kommen noch Synergieeffekte für die Gastronomie und den Einzelhandel und eine verstärkte Kaufkraftanbindung.
Auch die Bürger beteiligen sich an der weiteren Entwicklung ihrer Stadt. "Bereits seit zwei Jahren arbeitet die Zukunftswerkstatt zur Innenstadtentwicklung an verschiedenen Projekten und sorgte mit ihrem "Hellow Yellow" sogar beim Fernsehen für Aufmerksamkeit. Die "Neustadttour" oder das Projekt "Bürgerbus" sind weitere erfolgreiche Projekte der Zukunftswerkstatt, die auch an der Erstellung des Märkte- und Zentrenkonzeptes sowie zur Einstellung der neuen Wirtschaftsförderin Alexandra Christoffels beigetragen haben. "Sie ist die Schnittstelle zwischen Verwaltung und Wirtschaft sowie Ansprechpartnerin mit Lotsenfunktion für Unternehmen", informiert Hinterseh über die neu geschaffene Position im Neustädter Rathaus. Zu Christoffels Resorts zählen auch die Bestandspflege, die Ansiedlung, Umsiedlung sowie die Erweiterung von Unternehmen, Standortentwicklung, Stadtmarketing, Existenzgründungen, Begleitung von Förderanträgen und die Netzwerkarbeit. "Wir sehen in die Zukunft als ein Tourismus- und Wirtschaftsstadt mit einem attraktiven Standort", zeigen sich Hinterseh und Christoffels optimistisch.
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