Der Schwarzwald als schwarzweiße Interpretation
Geschrieben von Angéle Kerdraon   
Thursday, 4. February 2010

Hinterzarten - Schwarzwaldberge und Seen, reduziert auf schwarzweiße Striche und Flächen, festgehalten in Kohle, Grafit und Tuschezeichnungen, stellt die bekannte Freiburger Malerin Marianne Maul in den Ausstellungsräumen des Skimuseums von Hinterzarten vor.

 

Den Schwarzwald, wie ihn die 56-jährige Malerin und Zeichnerin Marianne Maul in einem Landschaftskomplex mit insgesamt 54 Arbeiten in dieser Ausstellung vorstellt, zeugt von Wetterstudien und der Anschauung von Landschaft mit einer Tendenz von Abstraktion.

In den Bildern Mauls ist der Schwarzwald wirklich schwarz und ungewöhnlich flächig. Dies zeigt sich besonders in ihrer Serie "Gegenlicht". Hier wird die Dominanz des schwarzen Waldes, der dem angrenzenden dunklen Schluchsee, etwas Unheimliches verleiht, besonders gut sichtbar. Nur kleine, von Farbe befreite Flecken, lassen auf dem Tiefdruckpapier die Lebendigkeit des Wassers erahnen. Dennoch, was beim flüchtigen Blick an einen Holzschnitt erinnert, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als Zeichnung, in der die schwarze Tusche eine elementare Rolle spielt.

Anders verhält es sich bei ihrem Tuschebild "Schluchsee am Ufer", das sowohl abstrakte, als auch realistische Gegenständlichkeit enthält. "Ich habe Freude an der grafischen Spur, die ich in meinen Zeichnungen auch gerne sichtbar mache", sagt die in Bühl geborene Künstlerin. Diese Freude ist besonders in ihren Schluchseedarstellungen zu erkennen. Auch die Vorliebe der Malerin, ihre Landschaften häufig an der Linie aufzubauen. "In einer zweiten Arbeit aus dieser Serie steht eine weiße Linie für die Wasserkante, die das Bild komponiert", erklärte die Kunsthistorikerin Annette Hoffmann bei der Ausstellungseinführung.

Andere Bilder zeigen dunkle Tannen, die an einem verschneiten Seeufer stehen und sich auf der weißen Fläche spiegeln. In den in Hinterzarten vorgestellten Werken präsentiert die Malerin damit einen Schwarzwald, der selbstgenügsam, menschenleer und fast unheimlich ist. "Wer einmal auf einer Wanderung von der einbrechenden Dunkelheit überrascht wurde, kann diesen Eindruck nachempfinden", so die Kunsthistorikerin.

Ausstellung im Hugenhof "Skimuseum in Hinterzarten" bis 17. Januar, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 15 bis 17 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 12 bis 17 Uhr. Ausstellung mit Werken von Marianne Maul im Skimuseum Hinterzarten