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Hochschwarzwald - Ob es im Schwarzwald noch Luchse gibt, weiß man nicht so genau. Doch bereits seit längerem versucht man im Schwarzwald den Luchs wieder heimisch werden zu lassen. Vor eineinhalb Jahren hinterließ ein Luchs die letzten Spuren im Schwarzwald. "Damals wurde im Münstertal ein Kalb von einem Luchs gerissen und der Bauer wurde dafür entschädigt", erinnert sich Stefan Büchner, Leiter des auf dem Feldberg angesiedelten Naturschutzzentrums Südschwarzwald.
Sicherlich geraten Luchse vom benachbarten Elsass und vom Schweizer Jura vereinzelt über die Grenze in den Schwarzwald. "Aber richtig heimisch geworden ist der Luchs bis jetzt hier noch nicht", erklärt der Feldberger Tierschutzexperte. Auch bei Beuron fand man anhand von Fußspuren und Kot Nachweise über einen Luchs. Wie lange er dort gelebt hat, kann man mit Sicherheit nicht sagen. "Bei einem vor einem Jahr auf der Autobahn 8 überfahrenen Luchs ging man davon aus, dass es der Luchs aus dem Donautal war", unterstreicht Büchner.
Den Luchs wieder im Schwarzwald heimisch zu machen, ist der Wunsch vieler Naturschützer. Seit Jahren leistet die Luchsinitiative Baden-Württemberg engagierte Überzeugungsarbeit mit dem Ziel, den Luchs im Südwesten, wie beispielsweise im Schwarzwald, wieder einzubürgern. Nicht ganz so einfach sehen es die Landwirte und die Jägerschaft. Während die Bauern befürchten, dass der Luchs kleine Tiere reißt, haben die Jäger Angst um ihre Rehe. Tatsache jedoch ist, dass der Luchs einmal im Schwarzwald heimisch war. Luchse in der Wutachschlucht oder in den regionalen Wäldern, sind eine schöne Vorstellung, aber bis jetzt aber eher eine "Fata Morgana". Dennoch bleibt der Luchs ein äußerst interessantes Thema, das immer wieder für Gesprächsstoff sorgt. Mit dem Thema Luchs beschäftigen sich am Mittwoch, 25. März, die Mitglieder der Luchs-Initiative in einer Versammlung im Hotel "Neuer Löwen" in Freiburg-Littenweiler. Dabei können sich auch Nichtmitglieder bei dem Vortrag, der um 20 Uhr beginnt, von der Luchsexpertin Ingrid Hucht-Ciorga, von der Forschungsstelle für Jagdkunde in Nordrhein Westfalen über die von ihr gemachten Erfahrungen informieren und sich in die Welt der faszinierenden Samtpfoten entführen lassen.
Außerdem stellt sich die erfahrene Luchsfachfrau den Fragen der Vortragsbesucher. Bereits seit 1999 liegen in Nordrhein-Westfalen Nachweise auf Luchs-Vorkommen vor, besonders im Arnsberger Wald, dem Rothaargebirge und im Naturpark Hohes Venn in der Eifel. Hierzu laufen grenzüberschreitende Projekte mit Rheinland- Pfalz und Belgien. Mit Hilfe eines Monitoringsystem wird ein Luchsberaternetz aufgebaut und betreut. Die ehrenamtlich tätigen Luchsberater kommen aus dem Bereich der Jäger und des Naturschutzes. Außerdem arbeiten an diesem Projekt auch Forstleute und Mitarbeiter biologischer Stationen, die speziell für diese besondere Aufgabe geschult wurden. Die Mitglieder der Luchinitiative treffen sie sich in regelmäßigen Abständen zum Erfahrungsaustausch und zur Fortbildung.
Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sind auch Ansprechpartner für alle Fragen rund um den Luchs, sie sammeln auch Hinweise über das Auftreten von Luchsen und prüfen diese vor Ort nach. "Wenn es möglich ist, wird auch der Grundstückseigentümer beziehungsweise der Jagdausübungsberechtigte hinzugezogen", informiert Ingrid Huch-Ciorgia. "Die Entschädigung ist ein wichtiges Thema", unterstreicht auch Büchner. "Auch die baden-württembergischen Landwirte können bei Verlust eines Schafes oder einer Ziege durch den Luchs auf einen Entschädigungsfonds zurückgreifen", versichert Büchner.
Das gesammelte Material über den Luchs wird zur weiteren Bearbeitung an die Forschungsstelle weitergeleitet. Dort wird alles genau untersucht und ausgewertet. Von den Luchsen getötete landwirtschaftliche Nutztiere wie Ziegen und Schafe oder Gehegewild werden in Nordrhein-Westfalen dem Tierhalter ersetzt.
In der Koordination der Maßnahmen zur Wiedereinbürgerung des Luchses und zur Akzeptanz-Steigerung des scheuen Tieres soll künftig auch der Schwarzwald eine Rolle spielen. Als größtes deutsches Waldgebirge ist der Schwarzwald Drehscheibe zwischen den existierenden Luchs-Lebensräumen in den Vogesen und im Schweizer Jura und soll deshalb eine zentrale Rolle spielen.
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