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Titisee-Neustadt - Das von Josef Wund bereits vor drei Jahren vorgestellte und im Schwarzwald lang erwartete "Badeparadies" am Titisee, scheint sich jetzt tatsächlich zu verwirklichen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Titisee-Neustadt präsentierte Investor Wund seine modifizierte Planung, die stärker als bisher auf Familien und junge Leute zugeschnitten ist. Einstimmig wurde der Bauantrag auf den Weg gebracht.
Bereits im April könnte, so Wund, Investor und Betreiber des Bades, der erste Spatenstich den Startschuss geben. Für die Erdarbeiten liegt die Genehmigung bereits vor. Wurden die Baukosten bisher mit 30 Millionen Euro beziffert (wir berichteten mehrfach), könnte die Investition doch etwas teuerer werden. Auf die Kostenfrage von Leopold Winterhalder (Grüne) mit Blick auf die festgesetzten Finanzierungsbeiträge der Gemeinde, meinte der 69-jährige Friedrichshafener Unternehmer Wund, dass die Werte ermittelt seien und die weitere Kostenfrage seine Aufgabe sei. "Die Stahlpreise sind jetzt schon explodiert und dreimal höher", informierte er das Gemeindegremium. "Die Zielgruppe von uns ist der Urlauber und die durchschnittliche deutsche Familie mit kleinen Kindern im Alter von zwei bis 16 Jahren und Einheimische mit durchschnittlicher Kinderzahl", erklärte Wund. "Das ist genau die Masse, die wir ansprechen müssen, aber keine Superreichen", unterstrich der erfahrene Investor, der schon andere Erlebnisbäder in Erding bei München und Bad Wörishofen realisierte. "Unsere Hauptzielgruppe ist nicht in den Spitzenhotels", verdeutlichte er weiter.
Wund ging kurz auf die Bauverzögerung ein und betonte, dass es jetzt an der Zeit wäre, Taten zu sehen. Für die Verzögerung seien die Gesetzgebung und die Baukonstruktion mit beträchtlichen Ausmaßen maßgebend gewesen. "Aber jetzt sind alle Hürden genommen", ließ er weiter wissen. Die neue Planung berücksichtige auch, dass die Nachbarschaft durch Lärm nicht gestört werde. Einfach überschätzt habe er in der alten Konstruktion die Schneelast. "Jetzt ist ein Ziegeldach mit einem Glasteil unser Erfolgsmodell", erklärte Wund.
Das Glasdach könne man sogar bei Wärme je nach Bedarf zurückschieben. Außerdem ging Wund auf seine bereits erfolgreichen Badeparadiese in Bad Wörishofen und Erding ein, wo alle seine Erwartungen übertroffen worden seien. "Erding geht immer weiter und wurde jetzt in seiner Art als das "beste Bad der Welt" ausgezeichnet", informierte er. Davon könne man aber nicht leben, weil man für die Region und die finanziell an dem Projekt beteiligten Gemeinden Verantwortung habe. "Deshalb müssen wir etwas schaffen, das den Erfolg und die Wirtschaftlichkeit in Erding noch übertrifft", unterstrich er. Bereits Ende Oktober soll der Bau soweit sein, dass alle Dächer auf den Fundamenten aufgebracht werden können. "Die Becken müssen so bald als möglich betoniert sein, weil sie mindestens sechs Monate ruhen müssen, bevor man an ihnen weiterarbeitet", informierte Wund weiter. "Ist das Dach drauf, können wir innen in Ruhe weiterarbeiten", verdeutlichte Wund. Das Gesamtgebäude wird ohne Keller sein, weil die mächtige Technik, die als letztes eingebaut wird und am meisten kostet, ausgelagert und unterirdisch eingebaut werden muss. Eröffnet werden soll das "Badeparadies" dann im Sommer 2010. Mit der neuen Planung sei man jetzt noch mehr auf den Schwarzwald eingegangen.
Das Vitalbad, als Herzstück der Anlage, wird in einem rechteckigen Gebäude aus einer Stahlkonstruktion mit Glaselementen untergebracht. Geblieben ist das Glasdach, das bei Bedarf durch Verschiebung ein Freiluftgefühl vermittelt und zudem ein wichtiges Energieeinsparelement ist. Der Schwerpunkt ist die Kinderwelt mit amerikanischen Superrutschen für Kinder und Jugendliche. Das Gesamtgebäude wurde in der Ausdehnung etwas größer geplant und ist nur noch 17 Meter hoch.
Ein eigener "Beauty Palais" mit den der Schönheit dienlichen speziellen Wässern, die Wund als Erfolgsrezept anpries und besonders die Franzosen anspreche, bleibe genauso in der Planung wie die "Erlebnis-Wasserwelt", das Schul- und Sport-Bad. Neu ist eine Kinderwelt für die Zwei- bis Achtjährigen, ausgestattet mit Kleinrutschen und Wassermühlen, während sich die größeren Kinder und junge Leute auf Superrutschen wie "Black Forest Race", bei der ein gegeneinander Rutschen möglich und ein freies Fliegen aus zwölf Metern Höhe möglich ist, vergnügen können. Zum Ausruhen ist in der Westlage des Bades auf einer vorgelagerten Liegeweise ungestörtes Sonnen im Freien möglich.
"Wir wollen eine große Attraktivität und wollen Rust nicht die Zähne zeigen, aber wir können sagen, wir sind genauso gut", vertrat Wund seine Philosophie.
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