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Titisee-Neustadt - Tüfteln soll künftig auch im Schwarzwald zielgerecht erfolgen. Jetzt können die Schüler auch in Titisee-Neustadt schon im Vorfeld ihrer späteren Ausbildung den Ingenieurberuf testen. In einer kleinen Feier im Kreisgymnasium von Titisee-Neustadt wurde am 30. Januar die erste "Schüler-Ingenieur-Akademie (SIA)" aus der Taufe gehoben.
"Mit diesem Projekt bauen wir auf die Zukunft", unterstrich Peter Mayer von Südwestmetall Bezirksgruppe Freiburg bei der Erläuterung des Projektes. Es trägt dem sich immer stärker abzeichnenden Mangel an qualifizierten Ingenieuren Rechnung. An dem zukunftsweisenden Projekt nehmen 14 Schüler teil, darunter vier von Technik und Naturwissenschaft begeisterte Mädchen der 11. Klasse des Kreisgymnasiums Titisee Neustadt. Mit dabei sind aus Löffingen Christina Olveira, Eric Brie Knöpfle, Julian Jäger und Florian Engesser.
Initiator des Projektes ist die SÜDWESTMETALL, Verband der Metall - und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V, die als Kooperationspartner die Fachhochschule Furtwangen, das Kreisgymnasium Hochschwarzwald sowie die Unternehmen Testo in Lenzkirch, Framo Morat und IMS Gear in Eisenbach gewinnen konnte. "Die SIA hat sich das Ziel gesetzt, 14 Schüler der gymnasialen Oberstufe mit praxisnahen Projektinhalten für den Ingenieurberuf zu begeistern", betonte Südwestmetaller Peter Maier.
"Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Teilnahme an der SIA sogar im Abitur anerkannt werden", informierte Schulleiter Helmut Jolk, der die Schüler mit ihren Eltern begrüßte. Bei dem SIA-Projekt geht es unter anderem um das Kennenlernen des Ingenieurberufes, die Fachrichtung und um Karrierechancen. "Die Zeit wird ziemlich anstrengend sein für Eltern und Kinder", Mayer appellierte an sie, durchzuhalten.
Professor Robert Hönl von der Fachhochschule Furtwangen stellte den Schülern diese für die Ausbildung von Ingenieuren wichtige Institution in der Region vor. In Furtwangen werden derzeit 4000 Studierende an zwei Standorten mit derzeit sieben Fakultäten in über 25 Studiengängen von 140 Professoren unterrichtet. "Die SIA ist ein guter Katalysator und hat das Ziel, Hightech auf den Punkt zu bringen", untermauerte er den Projektnutzen. "Wir wollen, dass es ihnen sowohl Freude als auch Spaß macht und wir hoffen, dass wir ihnen Begeisterung mitgeben können" erklärte er weiter.
In zwei Semestern werden die Schüler jeweils Freitagnachmittag von 14 bis 17 Uhr unterrichtet. Visuell erlaubte er den Schülern einen Blick in das Labor, indem sie sich anhand eines von der Firma Testo gestifteten Messgerät PT 100 auseinandersetzen und anhand einer Experimentierplatine arbeiten können. Dabei lernen sie den PC als Informationsmittel zu benutzen. "Es ist eine starke Vernetzung von Elektronik und Informatikanteilen", verdeutlichte Hönl. "Sie werden auch lernen, wie Schaltungen auf dem CT entworfen werden", versicherte er den Schülern. In Furtwangen dürfen sie erst einmal das Kennenlernen der Entwurfs-Umgebung "Mentor Grafics", die Entwicklung einer Platine samt Softwareentwicklung und dann Schaltungsvariationen testen. In den Firmen Testo, Framo Morat und IMS Gear erwartet die Schüler dann in jeweils sechs Blöcken qualifizierter Unterricht, dessen Ergebnisse in einem Pflichtheft dokumentiert werden müssen. Die Schüler können beispielsweise bei der Lenzkircher Firma Testo ein Temperaturmessgerät erforschen und bei der Firma IMS Gear in Eisenbach heißt die Materie eher Gelenktechnik in Getrieben und Drehmomentprüfstand. "Kondensierung von Wasserdampf ist das Thema bei Framo Morat".
Die Schüler, die an diesem Abend alle mit einem Leitzordner ausgestattet wurden, in dem alles präzise aufgezeichnet sein sollte, werden von allen Beteiligten bei ihrer Berufsorientierung unterstützt. Das Projekt eröffnet den Teilnehmern Themen und Arbeitmethoden sowie neue Horizonte außerhalb des Schultages, sie erfahren alles hautnah über die Technik. Das Projekt beginnt am 1. Februar 2009 und wird im Januar 2010 abgeschlossen. Ein Zertifikat krönt den erfolgreichen Abschluss und erleichtert den Teilnehmern die Berufsauswahl. Nutzen ziehen von der Berufswahl der Schüler für den "Ingenieurberuf" wird die Region Hochschwarzwald mit ihrer ausgeprägten Maschinenbau- und Elektronikfirmen-Struktur.
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