| Wie der Mooskönig zum Märchen wurde |
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| Geschrieben von Angéle Kerdraon | |
| Wednesday, 12. November 2008 | |
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Eisenbach - "Prosa" war das Thema einer spannenden Lesung von Marie T. Martin, der Dorfschreiberin aus Eisenbach, die im Roten Haus in Titisee-Neustadt aus ihrem Märchen "der Mooskönig" und aus ihrem Prosaband "Lichtnelke" las.
"Ich gehe in einem Mantel aus Schnee aus dem Jahr. Die Himmelsschlüssel in den Händen. Die Wiesen liegen unberührt wie Seiten und warten auf ein Gedicht aus Fußspuren". Gebannt saugen die an diesem Abend anwesenden rund 40 Besucher die poetischen Worte, die von den Musikern Wolfgang Fernow und Richard Alf untermalt wurden, in sich auf. Die Dorfschreiberin ist gerade mal 26 Jahre alt und der Literaturförderpreis der Stadt Köln, mit dem die junge Autorin kürzlich ausgezeichnet wurde, ist noch ziemlich frisch. "Ich bin gerne wieder hierher in den Schwarzwald gekommen", sagt sie im SÜDKURIER-Gespräch. "Die Zeit hier war sehr bereichernd für mich", versichert sie und erinnert sich daran, dass sie meistens am Abend das geschrieben hat, was sie am Tag bei ihren langen Spaziergängen beobachtete und empfand. In ihrer drei Monate dauernden Dorfschreiberinnenzeit entstand der Prosaband "Lichtnelke" mit dem Zehnzeiler Mooskönig. "Ein an einem Baum lehnender verwitterter Hochsitz und alte Steine haben mich zu dieser Prosa inspiriert", lässt sie die langen Waldspaziergänge Revue passieren. "Im Wald finde ich den Thron des Mooskönigs. Der König trägt einen langen grünen Mantel und hält einem fest, wenn man am Abend zu spät draußen ist. Er fragt einen nach den größten Ängsten und man muss ehrlich sein. Wer lügt, wird in einen Bach verwandelt und muss viel Jahre dahinplätschern", schreibt die Verfasserin. Eindrucksvolle Sätze, die bei einer Lesung die Neustädterin Irmgard Speer auf den Gedanken brachten, einen Märchenpfad anzulegen. Sie schrieb einen Leserbrief und animierte auf diese Weise die Dorfschreiberin, die Geschichte weiterzuspinnen. So ist das mehrseitige Märchen vom "Mooskönig", aus der Feder von Marie T. Martin entstanden, das bisher noch nicht veröffentlicht wurde. |
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