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Titisee-Neustadt - Frauen müssen in der Kommunalpolitik kein Schattendasein mehr führen. Können sie doch auf das Paradebeispiel der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel hinweisen. "Hier sitzt eine vorne dran, die hat die Männer im Griff und da brauchen wir uns wirklich nicht zu verstecken", ermunterte Sabine Wiemer die politisch interessierten 16 Damen aus dem Hochschwarzwald, von denen über die Hälfte schon Ratstisch-Erfahrung gesammelt hat.
Gefolgt waren die Frauen der Einladung von Karin Hausmann, Geschäftsführerin der Volkshochschule Hochschwarzwald, die zusammen mit Titisee-Neustadts Bürgermeister Armin Hinterseh zu einer politischen Gesprächsrunde eingeladen hatte. "Unsere Region braucht Frauen", war das interessante und aufschlussreiche Thema des Abends. Allerdings muss man nicht unbedingt die Bundeskanzlerin als Beispiel nennen. Gibt es doch auch im Hochschwarzwald einige Damen, die etwas von Politik verstehen. Wie beispielsweise Gudrun Steurenthaler, Lilly Kleiser, Anita Stehle, Anngrit Hacker und Doris Stritt, um nur einige Vorreiterinnen zu nennen. Oder die Damen der Löffinger Frauenliste, die vor einigen Jahren in Löffingen noch für Aufregung sorgten und ihren männlichen Kollegen im Gemeinderat heftig Paroli boten. Wenn sich die Frauen, in der immer noch als Männerdomäne geltenden Ratstätigkeit, stärker behaupten als noch vor einigen Jahren, ist der Blickwinkel einer Frau doch etwas anders gelagert. Kinder und Haushalt müssen versorgt sein, bevor sie Zeit finden, den Herd mit den Gemeinderatsunterlagen zu tauschen. Da heißt es, sich zu organisieren und sich zu informieren. Kein Problem für die politikerfahrenen Frauen, die ihren Kolleginnen an diesem Abend mit mehr oder weniger Erfolg Mut zusprachen und von den vielen Vorteilen einer kommunalen Tätigkeit regelrecht schwärmten.
Auch wenn es manchmal mehrere Anläufe braucht, bis es klappt. Eine Erfahrung, die Stadträtin Doris van Teffelen-Klüttermann und ihre Kollegin Sandra Uecker machen mussten. "Aber dann macht es richtig Spaß", erklären beide übereinstimmend. Auch wenn das Studieren der Sitzungsunterlagen mit großem Zeitaufwand verbunden ist und "Frau" so manches Mal belächelt wird. "Es lohnt sich und wir lernen immer wieder etwas dazu", versichern die Damen glaubhaft. "Jeder sollte einmal im Leben Gemeinderatsarbeit machen", schlug Annegret Hacker aus Eisenbach vor. "Dann könne man sehen, welche Zwänge es im Gemeindehaushalt trotz guter Ideen gibt und deshalb oft kleinere Brötchen gebacken werden müssen", verdeutlichte die Arztfrau und Mutter von drei Kindern. Sie kam 1980 aus der Stadt und nur drei Jahre später wurde sie in den Gemeinderat gewählt. "Die Herren kamen mir sehr schnell entgegen", erinnert sie sich die damalige Bürgermeisterstellvertreterin. Den Herren Gemeinderäten hat sie dann bald das Rauchen während der Sitzung abgewöhnt und während ihrer Ratszeit viel dazu gelernt, auch Technisches. Heute weiß sie genau, was eine Straßen-Unterkofferung ist. Als Sparfrau im Lenzkircher Gemeinderat, bezeichnete sich Ulrike Fiedler, die sich schon immer für Politik interessierte und seit 2004 dabei ist. Auch sie bedauerte die eingeschränkten Gestaltungsmöglichkeiten, die, so ungewöhnlich es klingen mag, von Vorteil sein können. "Es macht kreativ, wie das Beispiel der Bürgerstiftung in Lenzkirch zeigt", erklärte sie. Ganz anders Ulrike Stritt aus Neustadt. Sie ließ sich zur Kandidatur überreden. "Obwohl ich bald richtig euphorisch war, bin ich nicht gewählt worden", erinnert sie sich. Also beschränkte sie ihre Tätigkeit im Stadtverband der CDU. Später folgte der Ruf in die Frauenunion bis zur Bezirksebene, wo sie immer noch tätig ist. "Heute habe ich allerhand Pöstchen und es macht richtig Spaß", sagt sie. Dabei verweist sie auf Literatur und Fortbildungsmöglichkeiten, die jeder Frau zur Verfügung stehen.
Ilse Krügel, begeisterte Gemeinderätin vom Feldberg, bezeichnete die Arbeit sogar als Lebensaufgabe, für die man allerdings etwas tun müsse. "Aber es lohnt sich auf jeden Fall mitzumachen und etwas für die Gemeinschaft zu tun", appellierte sie mit Blick auf die nächsten Kommunalwahlen.
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