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Unter Dampf durch den Hochschwarzwald PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Angéle Kerdraon   
Wednesday, 17. September 2008

Schluchsee - In die Geschichte eintauchen, ist immer wieder eine spannende Sache. Faszination und eine kindliche Erwartungshaltung zeichnete sich auch in den Gesichtern der großen und kleinen Zuggäste ab, die am Sonntagmorgen in Seebrugg in die alten Bahnwaggons stiegen, um sich von der einer rauchenden Dampflokomotive durch den Schwarzwald ziehen zu lassen. Ein besonderer Genuss sich in die tiefen alten Sessel der Waggons in der ersten Klasse sinken zu lassen; den typischen nostalgischen Geschmack in der Nase.

Fahrgäste waren Bürgermeister der zehn Sprengelgemeinden, die das Vergnügen einer Dampflokfahrt auch ihren Gattinnen, Kindern und Enkelkindern zugute kommen ließen, Vertreter der Bahn, Gemeinderäte Landtagsabgeordnete, Tourismusmanager und Dampfzugbegeisterte. Der Heizer hatte die Kohle nachgeschoben, ein schriller dumpfer Ton der Lokomotive, die fauchend den Rauch ausstieß und die Fahrt konnte beginnen. Kinder reißen Fenster auf und der Geschmack von brennender Kohle verbreitete sich schnell in den Abteilen. Wie damals, kommt ein junger freundlicher Schaffner in schmucker Uniform und verlangt die Karten, die er mit dem berühmten Entwertungsloch versieht.

Vorbei geht die fröhliche Fahrt am Schluchsee, am Windgefällweiher, an Altglashütten zum höchstgelegenen Bahnhof Bärental. Überall stehen Menschen und winken. Ratter, ratter, wir fahren weiter nach Titisee, wo die Lok ihren ersten Durst stillt. 25000 Liter trinkt die alte 980 Tonnen schwere Dampflok. Drei Tonnen Kohle sorgen für eine Fahrt mit imponierenden Rauchwolken.

Und jetzt kommt das Allerbeste der gesamten Fahrt: Der dumpfe Ton der Lokomotive kündigt den ersten von drei Tunnels an. Es wird stockdunkel, der Gestank von Kohle und Russ verteilt sich schnell in den Nasen, Kinder kreischen vor Freude und wenn es wieder hell wird sieht man die strahlenden Gesichter der Erwachsenden. "Es ist herrlich, so wie früher", sagt ein Fahrgast. "Oh schade, es wird wieder hell", bedauert das kleine Mädchen.

Gemächlich zieht sich das Schienengefährt vorbei an grünen Wiesen und fröhlichen Menschen bis nach Rötenbach und Löffingen. Ja, was ist denn hier los? Feierlicher Empfang und eine halbe Stunde Aufenthalt. Zurück hat es die Lok leichter. Bis nach Neustadt sind nur noch wenige Gäste an Bord. Das ändert sich aber schnell, denn in Titisee ist der Zug wieder voll. Jetzt heißt es bis Seebruck noch einmal kräftig einheizen.

 
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