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Schluchsee - Der Hochschwarzwald könnte schon bald um eine touristische Attraktion reicher sein: Schon sehr konkret sind die Pläne des Vereins "IG 3-Seenbahn" und den zehn touristischen Hochschwarzwaldgemeinden, mit einer Museumsbahn die legendäre "Dreiseenbahn", die 1926 eröffnet wurde, wieder aufleben zu lassen.
Spätestens in drei Jahren werden die fauchenden und Rauch ausstoßenden Lokomotiven wieder, ähnlich wie die Sauschwänzlebahn in Blumberg, regelmäßig nostalgiebegeisterte Zuggäste wie in alten Zeiten durch die Landschaft befördern. "Bereits am 8. und 10. August geht es bei Sonderfahrten von Hinterzarten bis Seebrugg und von Löffingen nach Seebrugg mit einem Dampfsonderzug mit Volldampf voraus", verriet Jens Reichelt, 32-jähriger Betriebswirt und erster Vorsitzender der IG 3-Seenbahn im SÜDKURIER-Gespräch. "Es ist einfach toll, dass wir die zehn Gemeinden Hinterzarten, Titisee-Neustadt, Schluchsee, Feldberg, Breitnau, Lenzkirch, Eisenbach, Friedenweiler. St. Märgen und Löffingen im Bürgermeistersprengel für diese Idee begeistern konnten", freut sich Reichelt.
Für das Projekt, bei dem auch die Sanierung des gesamten Bahnhofgeländes in Seebrugg und die Einrichtung der Anlagen nötig ist, die für den Museumsbetrieb notwendig sind, wurden außerdem bei der Leader-Geschäftsstelle Südschwarzwald Anträge zur Förderung eingereicht. "Die Aussichten sind gut, dass wir aus dieser Quelle Fördergelder erhalten", zeigt sich Reichelt begeistert, "zumal die Bahn die Tourismusregion verbindet und zur Stärkung der öffentlichen Verkehrsituation im Hochschwarzwald beiträgt." Hinzu kommt, dass die Einbindung verschiedener Unternehmen aus der Wirtschaft neben dem touristischen auch den wirtschaftlichen Nutzen erkennen lassen. "Ganz wichtig war auch, dass wir für den Gleisabbau bei Seebrugg einen Baustopp erreichen konnten", sagt er weiter.
Reichelt weiß, wovon er spricht. Schon im Alter von 16 Jahren war er leidenschaftlicher Bahnliebhaber und war aktives Mitglied bei der Oberschwaben Öchslebahn, einer Schmalspurbahn. Als ihn sein Weg beruflich nach Freiburg führte, sah er eine alte Dampflok der Baureihe 85, die ihn begeisterte. Als dann durch die Bahnreform der Abriss der Dreiseenbahn, auf der momentan nur noch Doppelstockzüge mit Lokomotiven der Baureihe 143 fahren, konkret wurde, konnte Reichelt nicht anders. Er musste handeln "Es war fünf vor zwölf", erinnert sich der innovative Betriebswirt und gründete einen Verein zur Erhaltung der Bahn. Am 18. Januar startete er zusammen mit acht weiteren Mitgliedern. Heute zählt der Verein bereits 27 Mitglieder. "Neue Mitglieder, besonders Aktive, sind sehr willkommen", hofft er auf weitere Unterstützung. "Ein wichtiger Punkt war auch die Auslastung der Dreiseenbahn, auf der es ziemlich viele Lücken gibt, so dass die Züge in den bestehenden Fahrplan gut eingeschoben werden können, was bei der Höllentalbahn nicht der Fall ist", begründete Reichelt weiter. Die Dreiseenbahn Seebrugg bietet außerdem die idealen Voraussetzungen für die Einrichtung einer Museumsbahn, weil dort die infrastrukturellen Einrichtungen teilweise noch vorhanden sind. In Seebrugg wird der Bahnhof nostalgischen Zeiten angepasst restauriert, eine Werkstatt eingerichtet und ein Lockschuppen soll die alten Raritäten beherbergen. "Noch ist alles provisorisch und es wird einige Geländeübernahmen geben", erklärt Reichelt. "Aber in drei Jahren wird das Projekt Museumsbahn realisiert sein", zeigt sich der Vereinsvorsitzende, hinter dem auch die zehn Kommunen stehen, überzeugt.
Das Provisorium läuft bereits an. Am 8. August setzt sich ab Stuttgart der erste Dampfsonderzug mit einer Dampflokomotive der Reihe 64 in Richtung Titisee zum Seenachtsfest in Bewegung. Die Fahrgäste werden in alten, stilechten Personenwagen sitzen, die den Anfang des Nah- und Fernverkehr der 50-er Jahre wiederspiegeln. "Die Gäste können an verschiedenen Bahnhöfen, die an der Strecke liegen, wie beispielsweise Villingen-Schwenningen, Donaueschingen und Löffingen zusteigen", freut sich Reichelt. Allerdings müssten sie dann mit Regionalzügen zurückfahren.
Sein Slogan ist: "Wir verbinden den Hochschwarzwald". Damit die Verbindung auch klappt, werden schon jetzt Lokomotivführer, Schaffner und Zugpersonal gesucht.
Informationen im Internet:
www.3seenbahn.de
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