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Verstoßener Affe findet neues Zuhause PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Angéle Kerdraon   
Monday, 21. April 2008


Löffingen - Überglücklich sind das Berberaffenmännchen "Benn" aus dem Löffinger Schwarzwaldpark und sein Tierpfleger Peter Bauer: Jetzt hat Benn, der ein Jahr lang traurig und alleine in einem Käfig abgeschottet von seinen Artgenossen auf dem Gelände des Schwarzwaldparks auf ein besseres Leben wartete, ein neues Zuhause. In Seppenhofen auf dem Gelände des Tierpflegers fand er eine schöne und lebenswerte neue Affenheimat.


Nachdem der Affe von seiner Herde vor einem Jahr ausgestoßen wurde und aus Angst vor seinen Kameraden, die auf die Hierarchieprinzipien pochten, bis an die Schweizer Grenze flüchtete (wir berichteten mehrfach), suchte Schwarzwaldparkbesitzer Ottfried Reichle für das einsame Berberaffenmännchen vergeblich eine neue Bleibe. "Der Affe hätte bei einer Rückkehr zu seiner Horde keine Chance gehabt, weil ihn die anderen im Park lebenden Berberaffen mit Sicherheit angefallen und ihn lebensgefährlich verletzt hätten", betonte Ottfried Reichle im SÜDKURIER-Gespräch. Es blieb also nur die Isolierung des Affenmännchens und die Hoffnung, dass ein Zoo oder ein anderer Park den Affen aufgenommen hätte oder im schlimmsten Falle die Tötung des Affen.

Mitleid mit Benn, der nur noch traurig und still in seinem Käfig saß und auf das Fressen wartete, hatte Tierpfleger Bauer. Er fütterte das Tier jeden Tag und gab ihm Zuwendung. Mit der Zeit freute sich der Affe auf den Besuch des Pflegers und wurde zutraulicher. "Meine Frau sagte irgendwann, bring den Affen doch zu uns nach Hause", erinnert sich Bauer, dem das Tier immer mehr an sein Herz wuchs. Die Idee, dem Tier auf dem Grundstück der Familie in Seppenhofen ein neues Zuhause zu schaffen, fanden auch seine Kinder super. Schnell reifte die Idee zur Tat. Auf dem Gelände der Bauers in Seppenhofen entstand ein affensicheres, 30 Quadratmeter großes Freigehege. "Die Nachbarn waren nicht gerade begeistert", meint Bauer, der seine Idee dennoch nicht aufgab. Nicht unbedingt erfreut waren auch die zuständigen Behörden, die noch von dieser Lösung überzeugt werden mussten, bevor sie endgültig zustimmten. "Endlich ist es soweit, freut sich Bauer strahlend, der es kaum erwarten konnte, seinen liebsten Schützling zu sich nach Hause zu holen. "Ich konnte es fast nicht mehr ertragen, wenn ich die Tür im Schopf, wo der Käfig stand, zumachte, legte Benn seinen Kopf schräg und schaute mir mit großen Augen nach", sagt er weiter. Während der kleine Eisbär Knut aus dem Berliner und Flocke aus dem Nürnberger Zoo verhätschelt und vertätschelt wurden, musste der Affe die ganze Zeit alleine in seinem isolierten Käfig verbringen. Vor ein paar Tagen war es endlich soweit, dass Benn in seine neue Heimat umziehen konnte.

Einen Affen zu transportieren geht aber nicht ohne Betäubung vonstatten, weil Affen ganz schön beißen können. Tierarzt Hans Meier, der nicht zum ersten Mal einen Affen zu einem vorübergehenden Nickerchen verhalf, verpasste deshalb Benn erst einmal eine Betäubungsspritze, die sich der gewiefte Kerl wieder aus dem Fell zog und an ihr herumkaute.

Ein Ablenkungsmanöver, das nichts nützte. Ganz langsam fielen die Affenäuglein zu und der Schlaf übermannte Benn. Ein großer Augenblick für Peter Bauer, der das erste Mal seinen geliebten Affen überglücklich auf seine Arme nehmen konnte. Endlich, endlich ging die Fahrt vom Schwarzwaldpark in die neue Heimat nach Seppenhofen, wo der traurige Affe jetzt hoffentlich ein glückliches zu Hause gefunden hat.

Der Berberaffe

Der Berberaffe, bekannt auch als "Magot" lebt in Nordalgerien, Afrika, Marokko und Gibraltar. In früheren Zeiten waren die Berberaffen auch in verschiedenen Gebieten Südwesteuropas angesiedelt. Heutzutage kommen sie außer in Afrika nur noch auf Gibraltar vor, wo die Bestände durch Tiere aus Nordafrika erweitert werden.

Erscheinungsbild

Der Berberaffe ist ein kräftiges, schwanzloses Tier mit einem beinahe runden Kopf und einer kurzen Schnauze. Die Männchen haben auf dem Kopf längere Haare und sind größer als die Weibchen.

Lebensweise

Berberaffen leben in Gruppen von zehn bis 30 Männchen, Weibchen und Jungen in einem abgegrenzten Gebiet. Sie schlafen zwischen den Felsen oder auf Bäumen und können sehr gut klettern.

 
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