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Chefwechsel im Naturpark PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Angéle Kerdraon   
Tuesday, 6. November 2007


Hinterzarten - Der Naturparkverein Südschwarzwald hat einen neuen Chef: Die Mitglieder wählten gestern den Lörracher Landrat Heinz Schneider für drei Jahre zum neuen Vorsitzenden. Schneider folgt auf Bernhard Wütz, der als früherer Landrat von Waldshut die Geschicke des Naturparks seit dessen Gründung vor neun Jahren leitete. Sorgen bereiten dem Naturpark die erheblichen Kürzungen von Landeszuschüssen.

Zum Stellvertreter Schneiders wurde bei der gestrigen Mitgliederversammlung des Naturpark Südschwarzwald e.V. im Hinterzartener Kurhaus der bisherige zweite Vorsitzende Bürgermeister Hansjörg Eckert aus Hinterzarten. Außerdem beschlossen die Naturparkmitglieder mit Blick auf weitere Kürzungen von Fördergeldern des Landes eine Erhöhung des Mitgliederbeitrages um 40 Prozent sowie eine Reduzierung des Naturpark-Personals, dessen Gehälter künftig der Naturpark selbst tragen muss.

Schneider übernimmt das Amt des Vorsitzenden nach dem Ausscheiden von Wütz am 26. Februar 2008. Nach seiner Wahl bedankte er sich für das Vertrauen und unterstrich, dass seine neue Aufgabe aufgrund der gestrichenen Fördermittel eine gewaltige Herausforderung sei. "Ich erinnere mich an die Gründung des Naturparks und an die vielen Skeptiker, aber was sich hier entwickelt hat, ist eine große Erfolgsgeschichte", untermauerte er die erfolgreiche Bilanz des Naturparks.

Bernhard Wütz bewegte in seiner Amtszeit als Naturparkvorsitzender über 600 Projekte mit einem Fördermittelvolumen von 7,2 Millionen Euro. In seinem Rückblick unterstrich Wütz, dass der Naturpark maßgeblich dazu beigetragen habe, dass die Zusammenarbeit der Gemeinden in der Region verbessert worden sei. So verfüge der Südschwarzwald heute über ein 3100 Kilometer langes Mountainbikestreckennetz und sei damit die Region Nr. 1 in Deutschland. Ebenso stünden 1400 Kilometer Loipen zur Verfügung, womit die Strecke das größte einheitlich beschilderte Loipennetz in Mitteleuropa sei.

2000 Besucher sahen zudem im vergangenen Frühjahr in 20 Gemeinden die Multivisionsschau "Wildtiere im Schwarzwald" und 3500 Besucher kamen auf 18 Bauernhöfen zum Brunch. Zuspruch fanden die Bauernmärkte, die zur Förderung der regionalen Vermarktung beitragen. Auch auf dem Gebiet, mobilitätseingeschränkten Menschen die Region besser zugänglich zu machen, hat der Naturpark Erfolge nachzuweisen. Momentan werden die Wege zu den Todtnauer Wasserfällen verbessert.

"Es gibt noch einiges zu tun", blickte Wütz in die Zukunft und appellierte an das Land sich zu überlegen, ob die weiter vorgesehenen Kürzungen von 30 Prozent im Jahre 2008 und von 50 Prozent ab dem Jahr 2009 gegenüber 2006 tatsächlich sinnvoll sind. Schon jetzt zeichne sich ab, dass die Projektanträge für das Jahr 2008 die zur Verfügung stehenden Fördermittel um 30 Prozent überschreiten.

2008 stehen dem Naturpark voraussichtlich 280000 Euro Landesmittel aus der Glücksspirale zur Verfügung. Weitere 280000 Euro kommen als Kofinanzierung von der Europäischen Union. Schwerpunkt der Naturparkprojekte 2008 sind die regionale Vermarktung, zudem weitere Bauernhofbrunchs und Naturparkmärkte in 13 Gemeinden das ganze Jahr über. Außerdem wird zu Jahresanfang eine Direktvermarkterbroschüre herausgegeben. Im Rahmen der verstärkten Umweltbildung ist die Förderung von weiteren Energiegemeinden vorgesehen. Eine neue Broschüre stellt die bisher 29 Energiegemeinden wie beispielsweise Bräunlingen, Hüfingen und Königsfeld vor. Ferner plant der Naturpark unter anderem eine neue Luchsbroschüre und Investitionen in Erlebnispfade sowie in die Verbesserung der sporttouristischen Infrastruktur.

 
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