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"Schönheit kommt doch nur von innen" PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Angéle Kerdraon   
Tuesday, 16. August 2005

Hochschwarzwald - Sascha-HehnDer bekannte Schauspieler Sascha Hehn (50) dreht derzeit wieder in der Rolle von Professor Udo Brinkmann am Set der "Schwarzwald-Klinik - Die jüngere Generation II" im Hochschwarzwald. Für die Seite "Leute" der Tageszeitung SÜDKURIER interviewte Angele Kerdraon den beliebten TV-Star. 

Warum haben Sie die Rolle als Professor Udo Brinkmann in der Schwarzwaldklinik angenommen?

Hehn: Eigentlich war es beim ersten Remake ein Gutwill von allen und die Freude darauf, sich nach 20 Jahren wieder einmal zu sehen. Ich glaube, da ging es bei vielen gar nicht so um die Rolle und es war mehr ein Händeschütteln. Das Schönste war dabei die Erkenntnis, wie toll restauriert wir uns nach 20 Jahren wiedergefunden haben. Wir haben nicht über eine weitere Folge nachgedacht. Doch dann kam das ZDF auf mich zu. Jetzt geht die Rolle vom Schönheitschirurgen weg, die ich gar nicht gut fand, weil man der Welt nicht publizieren sollte, dass man nichts wert ist, wenn man nicht so aussieht wie Marylin Monroe. Schönheit kommt doch nur von innen. Jetzt kann ich den Professor Udo Brinkmann so spielen, wie ich bin. Und ich kann mir vorstellen, dass ich noch lange mitspielen werde.

Haben Sie sich auf ihre alten Kollegen gefreut?

Hehn: Ja sehr, vor allen Dingen auf Klausjürgen Wussow, den ich sehr gerne mag.

Über was unterhalten Sie sich in den Drehpausen?

Hehn: Wir politisieren, aber höchstens eine halbe Stunde, weil wir nicht viel Zeit haben und das Programm sehr eng ist. Wir müssen deshalb ganz konzentriert arbeiten.

Was machen Sie, wenn Sie mal einen Durchhänger haben?

Hehn: Ich habe fast nie Durchhänger, und wenn, dann rufe ich meine Kleine (Freundin) an, mit der ich in einer festen Beziehung lebe. Dann geht es mir wieder gut.

Was unternehmen Sie an drehfreien Tagen, wenn es wie heute beispielsweise regnet?

Hehn: Besprechungen, manchmal kommen Journalisten mit Interviewwünschen. Dann bereitet man sich darauf vor, dass man beim nächsten Mal den Text besser im Kopf hat und überarbeitet das Drehbuch. Ich gehe bei jedem Wetter im Titisee schwimmen, später geht man essen und entspannt sich hinterher vor dem Fernsehen mal eine Stunde und dann ist der Tag schon wieder herum. Mittagessen lasse ich meistens aus und gehe dann am Abend in ein Thailokal am Ende des Sees. Es schmeckt nicht nur gut, sondern weil es ohne Fett gekocht wird, ist es auch gesund. Manchmal kommen Kollegen mit und wir würfeln.

Kommen Sie gerne an den Titisee?

Hehn: Wir haben ja auch am Schluchsee gedreht. Dort hat sich fast nichts verändert. Außer, dass jetzt die Staumauer hält und dieses elende Schicksal von den damals zentnerweise verendeten Fischen begraben ist und wieder neue große Fische nachkommen. Hier in Titisee sieht man den Tourismus, wie er leibt und lebt. Mir ist aufgefallen, dass es nur zwei Lokale gibt, wo man richtig gut essen kann. Und ich finde, gerade hier am Titisee, wo Tourismus ist, darf nicht Tourismuspampe angeboten werden. Sondern es ist im Endeffekt ganz wichtig, dass die Gastronomie bei schlechtem Wetter den Touristen die Fahne hält und sagt, das Wetter ist zwar schlecht, aber dafür kriegst du auch etwas Gutes zum Essen. Der Tourist fährt zufrieden nach Hause und sagt, es war trotzdem super.

Sie haben doch früher immer so gerne am See geangelt. Machen Sie das heute auch noch?

Hehn: Ja, aber dieses Mal bin ich noch nicht dazu gekommen. Aber wenn ich einen Fisch fange, dann müssen die ihn mir im Hotel abends so richtig schön braten.

Sie haben ja noch eine Leidenschaft, das Golfen, sind sie dazu schon gekommen?

Hehn: Oh ja, dass muss ich ja. Wir haben hier doch den tollen, neuen Golfplatz. Der ist sehr anspruchsvoll und witzig und zum Training genau richtig. Wenn ich auf einen großen Platz möchte, fahre ich schnell nach Donaueschingen. Beides konnte ich allerdings nur einmal. In Titisee habe ich den Skispringer Dieter Thoma auf der Driving Ranch getroffen. Vielleicht bauen wir ja mal den Golfplatz in einer Serie ein, da es ja ein Sport der Zukunft ist.

Stimmt es, dass sie ganz zurückgezogen in einer Blockhütte leben?

Hehn: Privatleben ist Privatleben. Aber ich lebe auf dem Land. Die Entscheidung habe ich vor 16 Jahren getroffen, weil ich gesagt habe, ich will raus aus der Stadt und ich komme vom Land und will wieder dorthin zurück, wo ich hingehöre. Da habe ich meinen Frieden, lebe ohne jede Art von Materialismus, in einem Holzhaus, mit meinem Bach und meinem Fischweiher. Dort habe ich einen gesunden Abstand zu all den verrückten Dingen, die da draußen passieren.

Woran erinnern sie sich im Hinblick auf die früheren Dreharbeiten zur Schwarzwaldklinik besonders gerne?

Hehn: Wir haben viele schöne und lustige Dinge erlebt, über die man eigentlich gar nicht sprechen sollte. Oh doch, wir sind mit den Autos um die Wette ins Glottertal gefahren. Wenn ich heute daran denke, was wir damals riskiert haben.

Wissen Sie noch die Farbe ihres Cabrios VW Golf, das doch ihr Markenzeichen in der Schwarzwaldklinik war?

Hehn: Ja, ich glaube dunkelblau. In der neuen Serie fahre ich ja ein Porsche-Cabrio. Aber ich muss ehrlich sagen, ein Oldtimer wäre mir lieber. Privat bin ich aus praktischen Gründen VW-Bus-Besitzer, weil er so ausgerüstet ist, dass ich damit überall auf der Welt hinfahren kann.

Sie haben ja schon öfters Arztrollen gespielt. Wenn Sie nicht als Schauspieler arbeiten würden, wären sie dann gerne Arzt geworden?

Hehn: Ich hatte einmal eine schwere Krankheit als Kind und bekam oft Spritzen, dann habe ich sie irgendwann mal gesammelt und meine Stofftierchen immer gespritzt. Die Ambition war sicherlich da. Aber man muss das fühlen und spüren Arzt zu werden und das ist eine Berufung und große Verantwortung. Aber das war nicht mein Leben, zu sagen, ich übernehme große Verantwortung.

Welche Rolle würden Sie gerne spielen?

Hehn: Ich würde gerne in einem Film eine Hauptrolle spielen, wo es mir gelänge, den religiösen Wahn dieser Welt auf einfache Art und Weise, in aller Bescheidenheit, der Menschheit zu erklären. Ihr seid einfach auf einem Irrweg. Das wäre für mich eine wunderschöne Rolle, aber ich glaube, das kann keiner schreiben.

Was haben Sie für Pläne nach den Dreharbeiten zur Schwarzwaldklinik?

Hehn: Ich mache erst einmal eine Woche Urlaub in Spanien und Anfang Oktober drehe ich in Berlin einen komödiantischen Film. Ich verrate lediglich den Arbeitstitel: „Einmal Dieb, immer Dieb“.

Wie halten Sie sich fit?

Hehn: Ich glaube durch meine innere Zufriedenheit und Ausgeglichenheit, ich lebe gesund, bin viel an der frischen Luft und durch viel Liebe.

 
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