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Skispringen beliebt wie eh und je PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Angéle Kerdraon   
Monday, 8. August 2005

Hinterzarten - Weit über zehntausend Fans begeisterte am Wochenende der FIS Sommer Grand Prix der Skispringer an der Adlerschanze in Hinterzarten, wo die deutsche Mannschaft am Samstag überraschend dem Teamwettbewerb gewann, während gestern der Österreicher Wolfgang Loitzl mit 106 Metern den Einzelwettbewerb für sich entschied.

hsx_autogrammSkispringen ist trotz aller Unkenrufe noch lange nicht out. Vielleicht hat die große Fraktion der Zahnspangenträgerinnen sich ihrer Spangen entledigt und es sind etwas mehr "reifere" jungen Frauen unter den Fans. Aber sonst hat sich nichts verändert. Das Sommerskispringen in Hinterzarten gehört nach wie vor zu den beliebtesten Events im Hochschwarzwald. Über zehntausend Skisprungfans ließen sich ihre Freude auch nicht durch das durchwachsene Wetter vermiesen und genossen das "Schwarzwälder Sommerskisprung Event" an der Adlerschanze in Hinterzarten in vollen Zügen.
Dass mit den Deutschen wieder zu rechnen ist, zeigten sie mit ihrem Mannschaftssieg am Samstag, wo sie sich das erste Mal wieder nach langer Zeit, mit guten Flügen den ersten Platz vor den Finnen und den Österreichern sicherten. Besonders groß war die Freude bei den 6000 Fans, weil der Schwarzwälder Adler Alexander Herr nach seiner Verletzungspause mit Supersprüngen in Hinterzarten sein strahlendes Comeback feierte. Seine Flüge begleitete der tosende Beifall seiner vielen Fans, denen er mit Verbeugungen dankte. "Es war ein Stück harte Arbeit bis hier her", unterstrich Herr, der seine Entscheidung, nach der schweren Verletzung dennoch weiterzumachen, mit großer Konsequenz und hartem Training verfolgte. Dennoch war es der Bayer Michael Uhrmann, der mit 107,5 Metern am weitesten flog.
Die Sonne und ein buntes Unterhaltungsprogramm sorgten am Samstag für unbeschwertes Fanvergnügen und Springerspaß. "Hinterzarten ist einfach ein Traum mit einer besonderen Atmosphäre", bekannte der österreichische Weitenjäger Michael Morgenstern. Eine Meinung, wie sie bei allen Trainern der Weltelite und den Springern vorherrschte. Um Fans und Springern optimale Voraussetzungen bieten zu können, bedarf es aber nicht nur dem Einsatz von Funktionären, sondern auch einer guten Logistik. Über 800 Helfer stellten teilweise sogar ihren Urlaub zur Verfügung, um zum Gelingen des Skispringens unter der Leitung des Hinterzartener OK-Chefs und DSV Sprungwarts Hermann Wehrle beizutragen.
Überraschenden Besuch bekam Hinterzartens Tourismuschef Jörg Steinhard aus Holland. Der holländische Fußballverband schickte seinen Marketingchef und zwei Journalisten auf Reisen, die sich im Vorfeld der Weltmeisterschaft die deutschen Gegebenheiten ansehen. Schließlich schlägt die holländische Nationalmannschaft während der Fußballweltmeisterschaft im nächsten Jahr ihre Zelte für einige Wochen in Hinterzarten auf. Dabei konnten sich die Holländer an Ort und Stelle gleich davon überzeugen, dass Hinterzarten eine geeignete Plattform für die Weltpresse ist.
Keine Angst braucht Hinterzarten vor der neuen Konkurrenz der Sommerskischanzen befürchten, die an verschiedenen Orten gebaut wurden. "Es bleibt ein engerer Kreis, der schon länger Sommerskispringen veranstaltet und gute Trainingsmöglichkeiten für die Vorbereitung auf den Winter bietet", versicherte FIS Direktor Walter Hofer am Samstagabend. Allerdings sieht er auch in großen Städten künftig eine Möglichkeit, Skispringen zu veranstalten. Während Hofer sich für Sport und Fun aussprach, betonte der österreichische Skisprung-Chef Toni Innauer, dass man wieder etwas mehr Schwergewicht auf den Sport legen solle.

 
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