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Ex-Dorfpfarrer räumt Missbrauch ein PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Angéle Kerdraon   
Thursday, 2. February 2012
Unadingen - Unadingens ehemaliger Seelsorger Manfred Müller gesteht in Schreiben an Domkapitular in 1990er Jahren Kinder sexuell missbraucht zu haben.

Was vor knapp zwei Jahrzehnten im Löffinger Teilort Unadingen noch ein Politikum war und zum Zwiespalt in der Bevölkerung geführt hat, ist jetzt doch Fakt: Der ehemalige Unadinger Pfarrer Manfred Müller hat den sexuellen Missbrauch Minderjähriger eingestanden. In einem Brief an den Freiburger Domkapitular Eugen Maier hat Müller eingestanden, dass er Kinder und Jugendliche, für die er als Seelsorger in den 1990er Jahren zuständig war, sexuell missbraucht hat.

"Er gibt zu, Kinder und Jugendliche, für die er als Seelsorger zuständig war, bitterlich verwundet zu haben", informierte das Erzbischöfliche Ordinariat in einer Mitteilung, die im Pfarrblatt der Seelsorgeeinheit Löffingen veröffentlicht wurde. "Er wünscht, dass die Betroffenen von seinem Geständnis erfahren", heißt es weiter. Müller war von 1990 bis 1995 Pfarrer in Unadingen, Reiselfingen und Bachheim.

Als damals betroffene Eltern aus Unadingen mit der Anschuldigung an die Öffentlichkeit traten, wurden sie von der Bevölkerung gemobbt. Schließlich folgte die Versetzung, des Pfarrers, der nach SÜDKURIER-Informationen noch kurzfristig als Klinikseelsorger gearbeitet hat. Müller, dem nach Angaben des Ordinariats 1995 der Seelsorgeauftrag entzogen wurde und gegen den schließlich 1996 per Strafbefehl eine Gefängnisstrafe zur Bewährung verhängt wurde, bestritt aber vehement die schwerwiegenden Vorwürfe bis ihn jetzt doch das schlechte Gewissen plagte. Das erzbischöfliche Ordinariat bestätigt das Schuldbekenntnis des Pfarrers. Pfarrer Müller habe Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ausgeübt und benutzte seine Stellung und sein Ansehen als Priester, um sich die betroffenen Kinder und Jugendlichen gefügig zu machen, ließ das Ordinariat wissen. "Die Verantwortlichen im Erzbischöflichen Ordinariat bedauern zutiefst das Leid der Menschen, die Opfer von Pfarrer Müller geworden sind", betonte die kirchliche Stelle. Heute wisse man, um die Problematik der sexuellen Gewalt und die Täter, unterstreicht das Ordinariat, das auch darauf hinweist, dass strenge Zurechtweisungen und Ermahnungen erneute sexuelle Gewalttätigkeit nicht ausschließen können. Weiter wird in der Mitteilung darauf verwiesen, dass man vor allem erschüttert sei über die schlimmen Folgen sexueller Gewalt im Leben der Betroffenen.
 
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