Menu Content/Inhalt
Home
Geburtenkontrolle bei Berberaffen PDF Drucken E-Mail
Benutzer Bewertung: / 1
SchlechtSehr Gut 
Geschrieben von Angéle Kerdraon   
Wednesday, 2. November 2011

Löffingen - Berberaffen sind geburtsfreudige Tiere. Umso wichtiger ist eine gezielte Geburtenkontrolle, besonders in Affengehegen, wie im Löffinger Schwarzwaldpark, wo 45 Affen auf einem weitläufigen Areal mit Baumbestand leben. Jetzt hat sich der bekannte und erfahrene Tierarzt Wolfram Rietschel, der bis zum Juni noch Tierarzt in der Stuttgarter Wilhelma war und Tausende von Tieren aller Art behandelt hat, diesem Populationsproblem angenommen.

 

Die Löffinger Berberaffenbande wird von ihm mit einem Transponder gechippt und gekennzeichnet. Die Damen unter ihnen, erhalten gleichzeitig ein streichholzgroßes Implantat mit Verhütungshormonen in den Arm gepflanzt. Danach sind die Affen mindestens drei Jahre vor Nachwuchs geschützt.

Still und kaum bemerkbar verbirgt sich der Stuttgarter Tierarzt hinter einem der großen Bäume im Affengehege und bläst mit dem Blasrohr das Betäubungsgift in Richtung einer ahnungslosen Affendame. "Die merkt nur einen leisen Einstich", informiert Rietschel, unter dessen Blasrohr schon kraftvolle Gorillas, Elefanten und Tiger zu Boden gingen, um von ihm behandelt zu werden. Mit der Stille im Affengehege ist es gleich vorbei. Es macht sich Alarm und Gekreische breit, weil die Herde mitbekommen hat, wie eine ihrer Artgenossinnen taumelt und dann betäubt am Boden liegen bleibt. Jetzt muss gleich gehandelt werden. Parkfalkner Wolfram Rudolph, der dem Tierarzt bei der Aktion assistiert, trägt die betäubte Affendame zu einem Pritschenwagen, wo sie von Rietschel schon empfangen wird. Vorsichtig und behutsam wird die Patientin auf die mit weichen Decken ausgelegte Ladefläche des Wagens gelegt.

Ein routinierter Blick auf das geöffnete Gebiss zeigt schnell, wie alt das Tier ist und ob es als gesund angesehen werden kann. "Das ist noch eine junge Äffin", erklärt Rietschel. Vorsichtig chippt er das schlafende Tier und erklärt, dass sie jetzt mit einer Kennziffer versehen ist, die kein anderes Tier auf der Erde besitzt. Danach schneidet er dem Affen ein kleines Stück Fell oberhalb der Schulter ab. "So jetzt können wir sehen, dass sie schon behandelt ist und es ist gewährleistet, dass sie nicht zweimal betäubt wird", unterstreicht er.

Affen unter Narkose

Danach wird das streichholzgroße Stäbchen mit dem gestagenhaltigen Verhütungsmittel unter der Haut auf der Innenseite des Oberarmes des Affen eingelegt. Von alledem merkt der narkotisierte Affe nichts. Jetzt noch eine kleine "Hallo Wach Spritze" und Rietschel bettet den schlafenden Affen in einen verschlossenen Korb. Dabei achtet er genau darauf, dass das Köpfchen seitlich liegt.

Nachdem das Tier langsam aufgewacht ist, wird das Körbchen geöffnet, und das Tier, das noch etwas unsicher ist, wird in die Freiheit entlassen und von seinen kreischenden Mitbewohnern freudig begrüßt. Das nächste Tier hat eine Beinverwundung, die gleich mitbehandelt wird. Ein Affe nach dem andern kommt an die Reihe. Dabei strahlt der Affenkenner eine große Ruhe aus. Die Arbeit macht dem erfahrenen Tierflüsterer großen Spaß. Seit langem arbeitet er unter anderem aktiv an großen Forschungsprojekten zur Erhaltung der Berggorillas. Dem Schwarzwaldpark machte der erfahrene Tierflüsterer noch ein Kompliment. "Ich habe selten so ein großes und baumreiches Affengehege gesehen", versichert er, bevor die Aktion weiter geht.

 
< zurück   weiter >

Zufallsbild

Wussow2-net.jpg

News - "SZ"

Statistics

Mitglieder: 6
News: 231
Weblinks: 6
Besucher: 524093