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Lenzkirch/Titisee-Neustadt - Der Schwarzwälder Messgerätehersteller Testo AG mit Stammsitz in Lenzkirch beschäftigt mittlerweile weltweit 2100 Mitarbeiter und befindet sich auch weiterhin auf Expansionskurs. Vor einigen Monaten bezogen die ersten 42 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze in Titisee-Neustadt, wo der erste Bauabschnitt eines neuen Firmengebäudes mit einer Bausumme von 26 Millionen Euro verwirklicht wurde. Der Einzug von insgesamt 245 Beschäftigten ist bis Ende Dezember geplant.
"Bauen, Planen und Erweitern" gehört bei der Testo AG seit Jahren zum festen Programmbestandteil. Schließlich fordert die konstante Entwicklung des weltweit agierenden und renommierten Messgeräteherstellers Platz für Mitarbeiter und Herstellung. Einer, der diese nicht immer einfache Aufgabe der Planung und der Koordinierung aus dem FF beherrscht, ist der 52-jährige Lothar Walleser, Vorstand für die Bereiche Produktion, Services und Logistik. "Ich kenne die Abläufe bei einem Bauvorhaben und habe ein Auge dafür, wenn an der einen oder anderen Ecke mal etwas nicht stimmt", erklärt Walleser, der eng mit den Architekten und dem Testo-Projekt-Koordinator Roman Müller zusammenarbeitet. Unter der Regie Wallesers wurden das Parkhaus zusammen mit dem 2007 entstandenen Firmengebäude in Lenzkirch und die aktuellen Neubauten in Kirchzarten und Titisee-Neustadt verwirklicht.
Walleser kennt die Firmenabläufe bei Testo sehr genau. Bereits seit 1985 ist er in der Firma beschäftigt. Er hat viele Jahre in den Bereichen Produktion und Entwicklung gearbeitet, bevor er dann 2005 in die Vorstandschaft berufen wurde. Walleser kennt auch einen Großteil der Testo-Mitarbeiter persönlich - ein für seine Arbeit ganz wichtiger Faktor. Eine gute Zusammenarbeit erleichtert vor allem die Abwicklung der großen Bauprojekte; schließlich sollen die vielen Umzüge der Mitarbeiter so reibungslos wie möglich ablaufen. "Die großen Bauprojekte haben angefangen, als ich Vorstand wurde", erinnert er sich an die Zeit, als er das Amt von seinem Vorgänger übernahm. Das Bauen an sich war für ihn allerdings nicht unbedingt etwas Neues. Schon sein Studium hat er sich durch Arbeit im Bauumfeld finanziert. Hinzu kam sein Studium im Elektronikbereich, bei dem er das Rüstzeug mit auf den Weg bekommen hat, das ihm die Arbeit heute erleichtert. "Außerdem habe ich ja auch selbst gebaut und da lernt man einiges", betont der dreifache Familienvater.
Eine große Herausforderung für den gebürtigen Wiesentäler waren die zeitlich aufeinander abgestimmte Erbauung des Parkhauses in Lenzkirch mit 260 Stellplätzen und des damaligen Neubaus. Das Projekt stand unter großem Zeitdruck, weil für September ein Tag der offenen Tür mit zweitägigem Programm geplant war - ein Termin, der nicht verschoben werden konnte. "Noch am Vormittag wurde der Rollrasen aufgebracht", resümiert er den stressreichen Endspurt. "Das Parkhaus musste deshalb schnell fertig werden", erinnert sich Walleser an die nicht immer einfache Zeit zurück. Vor allem der Bau des Parkhauses erforderte aufgrund vieler Auflagen eine enge Zusammenarbeit mit den Behörden, die er als gut und hilfreich bezeichnete und die sich jetzt auch beim Neubau in Titisee positiv weiterführt.
Interessant für ihn war auch der Architektenwettbewerb, den Testo erstmals für den Lenzkircher Neubau ausgeschrieben hat und bei dem viele Faktoren berücksichtigt werden müssen. Zusammen mit einem spezialisierten Architekturbüro organisierte er beispielsweise das Entscheidungsverfahren, das streng anonym erfolgen musste. Ein perfektes Timing erfordern allerdings nicht nur die Planung eines solchen Bauvorhabens, sondern auch die innerbetrieblichen Umzüge. Zu jedem Zeitpunkt muss beispielsweise gewährleistet sein, dass die Produktion läuft.
Nachdem im ersten Bauabschnitt von Titisee (insgesamt sind vier geplant) bereits 42 Beschäftigte arbeiten, gehen dort die Baufortschritte zügig weiter. Momentan arbeiten in Titisee rund 150 Handwerker gleichzeitig, viele Entscheidungen müssen noch getroffen werden. "Es gibt bei solchen Bauprojekten Millionen von Entscheidungen, ein paar Tausend kommen noch bei mir an. Bei weitreichenden Entscheidungen, wie beispielsweise dem Design der Einrichtung, beratschlagt sich Walleser mit vielen Kollegen, auch im Vorstand. "Gerade bei Geschmacksfragen ist es wichtig, dass nicht nur meine Meinung zählt, sondern ein breiter Konsens gefunden wird", so Walleser. Und das ist nicht immer die einfachste Sache.
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