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Freiburg/Löffingen - Der Löffinger Tänzer Errol Reeves hat nach seinem Debüt am Freiburger Theater, wo er 2005 in der Oper "Aida" eine Statistenrolle annahm, den Spagat zum Schauspieler geschafft. Der seit vielen Jahren in Löffingen lebende Jamaikaner spielt auf den Bühnen des Freiburger "E-Werks" in dem zeitkritischen Stück "Kampf des Negers und der Hunde" von Bernhard Marie Koltès unter der Regie des Iraners Said Mola eine der vier Hauptrollen.
"Frühling rollen? Gast arbeiten? Neger küssen?" sind Fragen, die auf die Themen Fremdsein und Rassismus fokussiert sind. In der gleichnamigen Veranstaltungsreihe des Theaters Freiburg und des E-Werks sowie in Kooperation mit weiteren Freiburger Institutionen wird in Vorträgen, Diskussionen, Lesungen und Filmen diese schwierige Thematik aufgeworfen.
"Mola wurde auf mich aufmerksam, als ich bei der Oper "Aida" den Radames darstellte", freut sich Reeves, endlich den Durchbruch auf die Theaterbretter geschafft zu haben.
Das Ziel des Schauspiels "Der Kampf des Negers und der Hunde" wie auch der Oper "Les Négeres" von Michael Levians, die parallel dazu im Theater Freiburg die Opernfreunde anspricht, ist es, Fremdsein und Rassismus in einen stadtweiten Fokus zu stellen.
Der Autor des Theaterstücks, der Franzose Bernard-Marie Koltés, wurde 1948 in Metz geboren und erhielt an der Theaterschule des Théatre National in Strassburg seine Regieausbildung. Ausgedehnte Reisen führten ihn nach Kanada, in die USA, in die Sowjetunion, nach Nigeria und Guatemala, wo das Werk entstand.
Die "Actors Gang", (ehemals kleine Bühne Freiburg) besteht seit dreizehn Jahren und fand in der Freiburger Kulturszene einen festen Platz. Gegründet wurde die Theatergruppe 1993 von Said Mola, der 2002 mit dem Theaterpreis der Stuttgarter Zeitung ausgezeichnet wurde.
Errol Reeves spielt in dem Stück "Alboury" dem Bruder eines Bauarbeiters, der in einem Anfall von blinder Wut von einem Hundenarr auf einer Baustelle erschlagen wurde. Alboury möchte die Leiche seines Bruders holen. Leider ist diese verschwunden. Eine lange Reise ans Ende der Nacht nimmt ihren Anfang. Es folgen zuviel Whiskey, zuviel Stille und es gibt keine Möglichkeit mehr, den Anderen noch mit Worten zu erreichen. Die Fronten verhärten sich und die Schlacht beginnt.
"Es ist eine radikale Abrechnung, aber kein Kampf der Kulturen, sondern der Individuen, die alle in ihrer Perspektive gefangen sind", unterstreicht Reeves, der schon für weitere Rollen am Theater vorgemerkt ist. Am 4. Juni gastiert der Löffinger als Balletttänzerin in "La cage aux Folles" in Freiburg. Außerdem werden seine und die tänzerischen Qualitäten seiner Löffinger Mädchengruppe am 7. Juni bei einer Vernissage im E-Werk zu beobachten sein.
Zu sehen ist das Stück "Kampf des Negers und der Hunde" im Freiburger E-Werk noch zweimal: am heutigen Freitag, 2. Juni, und am und am Samstag, 3. Juni jeweils um 20 Uhr.
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