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Hochschwarzwald - Pompöse Büroräume findet man nicht vor, wenn man den CDU-Landtagsabgeordneten Klaus Schüle an seinem Freiburger Arbeitsplatz besucht. Die Fotos ehemaliger CDU-Politiker, die im Flur des Altbaus an den Wänden hängen, verraten Tradition und lassen erkennen, dass hier schon lange Politik gemacht wird.
Schüle ist seit 2001 im Landtag für Baden-Württemberg und vertritt die Interessen des Wahlkreises 46 Freiburg Ost-Hochschwarzwald. Er mag Tradition und macht kein Hehl aus seiner Familienverbundenheit. Deshalb hat er sein Zimmer auch mit alten Möbeln seiner Großeltern eingerichtet. "Ich bin ein beständiger Mensch und brauche Harmonie", unterstreicht der 47-jährige Jurist, Vater von drei Jungs und Ehemann einer berufstätigen Juristin. "Meine Kinder und meine Frau geben mir das alles und das ist einfach schön", verrät er über sein Familienleben, das er sehr genießt. Mit der ganzen Familie am Fernseher sitzen und einen alten Heimatfilm, wie beispielsweise das Schwarzwaldmädel, anzuschauen, ist einer seiner Entspannungsmethoden. Überhaupt mag er die Heimat, die für ihn schon seit langem Freiburg ist. "In Freiburg habe ich die Kultur und die Kunst", erklärt der begeisterte Hobbymaler, der am liebsten, sofern es sein prall gefüllter Terminkalender erlaubt, sich in seine Malecke auf den Speicher zurückzieht, um mit Acrylfarben zu malen. Eindrucksvolle Kostproben seiner Kunst hängen im Flur und in seinem Büro. "Wenn ich mal wieder mehr Zeit habe, dann werde ich bestimmt ganz viel malen", unterstreicht er und weist daraufhin, dass seine Großmutter eine bekannte Künstlerin und Grafikerin war. Zwei von ihr gemalte Bilder hängen ebenfalls im Büro und wahrscheinlich hat sie ihm ihr Talent vererbt.
Die Freiburger Stadtluft hindert den Landtagsabgeordneten nicht daran, öfters und gerne seinen ländlichen Wahlkreis zu besuchen. Es gibt kaum eine Veranstaltung oder eine Versammlung, auf der er nicht auftaucht und sein ehrliches Interesse an den Belangen der Bürger zeigt. "Ich scheue mich nicht, den Weg in den Kuhstall zu gehen und das nicht nur im Wahlkampf", betont er und wer ihn kennt, weiß, dass das stimmt. "Ich bin ein Befürworter der Höhenlandwirtschaft, die dafür sorgt, dass die Landschaft offen gehalten wird", unterstreicht Schüle und weist daraufhin, dass es ihm ein großes Anliegen ist, für den Erhalt der Schwarzwaldhöfe zu sorgen und zu kämpfen. "Die Bauern sind für uns sehr wichtig", sagt er weiter. Nicht umsonst ist er Mitglied des Landwirtschaftsausschusses im Landtag. Er mag das Ländliche. Schließlich ist er zusammen mit seinem Bruder selbst auf dem Land aufgewachsen, wenn auch nicht im Schwarzwald, sondern im italienischen Luggione an den Hängen des Lago Maggiore. "Das war ein kleines Dorf mit höchstens 100 Bewohnern und es gab viel Wald und zerfallene Bauernhöfe, wo man super spielen konnte", erinnert er sich an das kleine Paradies seiner Kindheit. Sein Vater war Physiker im Kernforschungszentrum Ispra. Doch geboren wurde Schüle im US-Staat Tennessee, wo sein Vater zuvor wissenschaftlich tätig war. Schüle, der sich schon früh für Politik interessierte, hörte sich gerne Bundestagsdebatten im Radio an, besuchte in Varese die Europaschule. Dort absolvierte er auch sein Abitur. "Hier waren Schüler aller Nationen und so lernte ich früh, wie wichtig es ist, verschiedene Interessen zusammenzuführen", informiert der Landtagsabgeordnete, der mehrere Sprachen fließend beherrscht.
"Ich wollte eigentlich mal Pfarrer werden", verrät er seine frühen Berufswünsche. Irgendwie verflüchtigte sich dieser Wunsch und das Interesse an der Politik wurde stärker. 1981 zog er nach Freiburg, um Jura zu studieren. Damals lernte der heutige Landtagspolitiker auch seine Ehefrau Constanze kennen und lebt mit ihr und seinen Kindern in Freiburg-Littenweiler. Schüle ist nicht nur ein liebevoller Familienvater - die Familie ist für ihn die soziale Basis, sondern auch ein guter Sportler. Fast täglich joggt er, sofern es seine Zeit erlaubt, um für Marathonläufe fit zu sein. "Beim Freiburg Lauftreff bin ich schon einige Jahre dabei und ich laufe auch den jährlichen Freiburg Marathon", verrät der sportliche Abgeordnete seine Vorliebe für den Laufsport. Schüle ist auch ein großer Natur- und Gartenfreund. "Wenn man im Garten arbeitet, findet man am besten zur Natur", sagt er. Zu seinen großen Leidenschaften zählt das Rasenmähen, wofür er in seiner Familie schon bekannt ist. Ein Ritual, das er von seinem Vater übernommen hat, ist das Krokusschauen im Frühjahr. "Das habe ich von meinem Vater und freue mich immer, wenn die ersten gelben Krokusse im Garten blühen", informiert er. Schüle ist aber auch sehr heimatverbunden und mag die Festbankette im ländlichen Raum, zu denen er oft eingeladen wird. "Es ist einfach wunderbar, hier zu erleben, wie das Vereinsleben und die damit verbundene ehrenamtliche Tätigkeit hoch gehalten werden", betont er. Daneben mag der Familienvater ganz gerne Blasmusik und Trachten, wie es bei den ländlichen Festen oft zu beobachten ist. Hier erlebt er, wie bedeutend es ist, sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einzusetzen, weil es einfach die menschlichen Werte ausmacht. "Sich für die menschlichen Werte einzusetzen ist wichtiger als sonstige politische Dinge", meint er. Er lebt aber gerne in der Stadt, weil er dort das Kulturelle schätzt, das bei Bedarf sehr schnell erreichbar ist. Daneben gefällt ihm die Ausstrahlung, die die Uni auf die gesamte Stadt ausübt. "Die Uni und die Studenten aus allen Herren Ländern färben positiv auf die Menschen der Stadt ab", ist er sich ganz sicher. Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass für die Kinder alles mit dem Fahrrad erreichbar ist. "Das ist auf jeden Fall wichtig, genauso wie die gute Bahnverbindung", unterstreicht Schüle, der sich mit großem Erfolg für die Beibehaltung der "Drei-Seen-Bahn" zwischen Titisee und Seebrugg stark gemacht hat. Erfolgversprechend ist auch sein Einsatz für die Bahnelektrifizierung von Neustadt nach Donaueschingen. Die Bahn ist für ihn ein wichtiges Verkehrsmittel und für ihn ist es selbstverständlich, dass er mit dem Zug von Freiburg in den Stuttgarter Landtag fährt. Auch für den Tourismus ist die Bahn nicht bedeutungslos. Die Konuskarte, mit der Touristen kostenlos von A nach B fahren können, findet er gut. "Der Tourismus ist für den Schwarzwald von entscheidender Bedeutung und eine wichtiges Standbein der Wirtschaft untermauert er. Der evangelische Schüle ist gerne Politiker in der christlichen Partei. Er ist der Meinung, dass in der Politik nach christlichen Grundwerten gehandelt werden muss. Er betont außerdem, genau wie es in seinem Wahlprospekt steht: "Politiker müssen ihre Aufgaben sachorientiert, frei von Vorurteilen, sozial und bürgernah nachkommen". Sein Leitspruch, der ihn seit Jahren begleitet, ist: "Politik ist Dienst am Menschen".
Zur PersonEr wurde am 29. August 1963 in Oak Ridge in den USA geboren, wuchs in Luggione oberhalb des Lago Maggiore auf und ging in Varese (Italien) auf die Europaschule, wo er auch sein Abitur machte. Er studierte Rechtswissenschaften an der Uni Freiburg und legte 1986 das erste Staatsexamen ab. Nach dem Referendariat am Landgericht Freiburg absolvierte er das zweite Staatsexamen mit Promotion 1990/1991. Seit 1991 ist Schüle im Staatsdienst des Landes Baden-Württemberg. 1991 bis Ende 1992 war er Leiter des Ordnungsamtes am Landesamt Ortenaukreis in Offenburg, 1993 bis 1996 Grundsatzabteilung im Staatsministerium Baden-Württemberg, 1996 bis 2001 arbeitete er beim Regierungspräsidium Freiburg und war stellvertretender Leiter der Stabsstelle für Grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Engagements: Mitglied im Münsterbauverein. Außerdem engagiert sich Schüle in der Obdachlosenhilfe und ist Mitglied des Essenstreffs Dreikönigshaus, der Badischen Heimat, der Deutsch-Französischen Gesellschaft und des Bürgervereins Littenweiler und Oberwiehre-Waldsee
Politik: Schüle war von 1986 bis 1988 Vorsitzender der Jungen Union Freiburg, 1990 bis 1998 leitete er als Vorsitzender die Junge Union Südbaden und war auch Mitglied im JU-Landesverband. Seit 1997 ist er Kreisvorsitzender der CDU Freiburg und seit 1991 Mitglied im CDU-Bezirksvorstand-Südbaden. Außerdem war Schüle seit 1999 im Stadtrat von Freiburg und ist seit März 2001 direkt gewählter Landtagsabgeordneter des Landtagswahlkreises 46 Freiburg I Freiburg Ost-Hochschwarzwald und ist Mitglied des Bezirksvorstandes CDU Südbaden. Dort ist er im Wissenschaftsausschuss, im Ausschuss für den ländlichen Raum und ist stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion. (ker)
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