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Hochschwarzwald - Der Hochschwarzwald soll zur allergikerfreundlichen Ferienregion werden. Das staatliche Prädikat "Heilklimatischer Kurort" oder "Luftkurort", mit dem sich alle elf Mitgliedgemeinden der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) schmücken dürfen, macht es möglich, sich in absehbarer Zeit in die Reihe der allergiefreundlichen Kurorte einzugliedern.
Zu diesen Gemeinde gehören künftig Breitnau, Eisenbach, Feldberg, Friedenweiler, Hinterzarten, Lenzkirch, Löffingen, St. Märgen, St. Peter, Schluchsee und Titisee-Neustadt. "Unsere Kurorte sind deshalb allesamt besonders für einen Gesundheitsurlaub prädestiniert", informierte gestern in Hinterzarten Lothar Burghardt, bei der Hochschwarzwald Tourismus GmbH zuständig für die Bereiche Gesundheit, Wellness und Kulinarik, über das neue Projekt. "Das ECARF (Europen Centre for Allergy Research Foundation) hat im Februar 2011 der Idee der Hochschwarzwald Tourismus GmbH zugestimmt, die gesamte Ferienregion mit den genannten elf Gemeinden als allergikerfreundliche Urlaubsregion zu zertifizieren", informierte Burghardt über das neue Standbein im Hochschwarzwaldtourismus. "Wir werden die erste Urlaubsregion in Europa sein, die so etwas bietet", freute sich Lothar Burghardt.
Dass die Zertifizierung neue Gäste in den Hochschwarzwald bringen kann, zeigt die Tatsache, dass in den letzten Jahren die Gesundheitsprobleme in zivilisierten Staaten zugenommen haben. Dazu zählen besonders Allergien und Hautunverträglichkeiten. Nach Angaben der Europäischen Stiftung für Allergieforschung ECARF an der Charité Berlin, sind heute bereits 180 Millionen Europäer allergiekrank. Besonders davon betroffen ist die jüngere Generation.
Die ECARF hat deshalb in Kooperation mit führenden Allergieforschern Europas ein Zertifizierungsprogramm entwickelt, das besonders allergikerfreundliche Urlaubsorte ausweisen soll und so dem allergiegeschädigten Feriengast in Zukunft Hilfestellung bei seiner Urlaubsplanung geben kann. Zu den ersten allergikerfreundlichen Urlaubsorten gehört das Ostseebad Baab, das 2009 zertifiziert wurde. "Seit Herbst 2010 läuft als zweites Modellprojekt die Zertifizierung des Heilklimatischen Kurortes Bad Hindelang", informierte Burghardt über das Projekt.
"Die HTG verspricht sich für ihre elf Mitgliedsorte von dieser Aktion einen enormen Marktvorteil angesichts der dramatisch anwachsenden Allergikerzahlen in den Hauptquellgebieten der Ferienregion, das sind Deutschland, Schweiz, Frankreich, Benelux, Italien und Spanien", erklärte Burghardt.
"Der Hochschwarzwald wäre damit auch die erste umfassende Ferienregion, der eine solche Zertifizierung gelingen würde", unterstrich er zuversichtlich ein weiteres Gästepotential anzusprechen.
Die Zertifizierung umfasst alle Bereiche. Dazu gehören die Gemeinden, Hoteliers und Privatvermieter, Gastronomen, Bäckereien, Metzgereien, Lebensmittelhandel, Apotheken, Drogerien, Reformhäuser, Bekleidungsgeschäfte, aber auch Gesundheitsberufe. Damit könnte der Hochschwarzwald als Ganzjahresdestination einen erheblichen und modellhaften Beitrag leisten und das Land Baden-Württemberg würde mit einem solchen umfangreichen Modellprojekt wieder einmal mehr seine "Leadership" in der Tourismus-Entwicklung unter Beweis stellen.
Am Samstag, 2. April, wird das Projekt im Rahmen einer Großveranstaltung im Kurhaus von Schluchsee öffentlich vorgestellt. Dazu erwartet werden der Leiter von ECARF, Professor Torsten Zuberbier, und Projektleiterin Anja Bode. Die ECARF hat für die Einführung, Schulungsmaßnahmen der unterschiedlichen Partner und die Zertifizierung einen Zeitraum bis Ende 2011 benannt. Die Gesamtkosten für Zertifizierung und Schulung bezifferte Burghardt gestern mit 60000 Euro. Ein großes Hotel müsste laut Burghardt mit 4000 Euro rechnen, ein kleineres mit etwa 2000 Euro. Angesprochen sind nicht nur Hotels, sondern alle Dienstleistungsträger. Burghardt führte weiter an, dass man beispielsweise für Allergiker gluteinfreies Essen oder spezielle Bettwäsche anbiete.
Maßnahmeträger ist die Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG), die am 1. Januar 2009 von zehn Gemeinden (später auch St. Märgen) ins Leben gerufen wurde und seither das komplette operative Tourismusgeschäft der elf Gemeinden wahrnimmt. Damit ist die HTG auch der direkte Ansprechpartner der ECARF vor Ort und Vertreter der elf Gemeindeverwaltungen.
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