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Löffingen - Große Aufregung herrscht seit Dienstag im Schwarzwaldpark Löffingen. Dort schaffte es ein Wolf nach einer Sterilisier- und Chipaktion, aus seinem Gehege auszubrechen. Im Vorfeld mussten sich die 14 Wölfe des Tierparks auf Anweisung des Landratsamtes Freiburg einer Sterilisation unterziehen, um ein Anwachsen der Population des Rudels zu vermeiden.
"Dass Wölfe böse Tiere sind, ist ein Gerücht", erklärte der erfahrene Diplom Biologe Eckhart Wiesenthal, der bei der Sterilisation der Tiere mit anwesend war. Ausgeführt wurde die nicht ganz einfache Aktion von Tierarzt Hans Meyer aus St. Märgen und den beiden Tierärztinnen Anke Brodauf und Julia Becherer aus Emmendingen. Mit einem Gewehr wurde die Betäubungsspritze gesetzt, um die Sterilisation an den sensiblen Tieren ungehindert vorzunehmen.
Die Wölfe, die sonst von ihrem Tierpfleger gefüttert werden, haben natürlich sofort bemerkt, dass sich in ihrem Gehege fremde Menschen aufhalten und sind immer mit gebührendem Abstand vor den Menschen aufgeregt hin und her gelaufen. Während der eine oder andere Wolf die Folgen der Betäubungsspritze eher bemerkte und noch auf dem Gelände einschlief, gelang es anderen noch in die vermeintlich sichere Höhle zu kriechen. "Wir waren aber darauf vorbereitet und konnten die Tiere da herausholen", informierte Wiesenthal, der sich mit Wölfen sehr gut auskennt und eine große Sympathie für die schönen Tiere hegt.
"Die Wölfe hier im Gehege sind sehr gepflegt und haben ein wunderschönes gesundes Fell", erklärte er im SÜDKURIER-Gespräch. Keine Angst vorm Wolf hatten auch die Tierärztinnen. Wie ihr männlicher Kollege, warteten sie geduldig darauf, bis wieder einer im Rudel betäubt zu Boden ging. Dann hieß es für sie und die Tierarztassistentin richtig zupacken. Der betäubte Wolf ist kein Leichtgewicht. "Immerhin wiegt so ein Tier zwischen 25 und 40 Kilogramm", informiert Wiesenthal über das Körpergewicht seiner Lieblinge. Die Feen sind etwas leichter als die männlichen Wölfe und auch ein wenig kleiner.
Die betäubten Tiere lassen alles mit sich machen. Vorsichtig wird das schlafende Tier in eine Decke gehoben und dann erst einmal in einen Raum getragen, wo sie geschoren werden, bevor die Sterilisation an der Reihe ist. Für die Sterilisation ist ein kleiner Schnitt notwendig. "Die Wunde verheilt ziemlich schnell", ist sich Doktor Maier sicher. Allerdings muss die kleine Operation zügig vorangehen, damit alles vorbei ist, wenn der Wolf aufwacht.
Hierzu werden die Tiere in eine kleine Hütte gelegt, wo sie in Ruhe wieder zu sich kommen, um sich dann wieder in ihrem Gehege zurechtzufinden. Eine Sterilisation heißt aber nicht, dass der Wolf keine Gefühle mehr hat. "Testosteron kann immer noch ausgestoßen werden und die Lust auf Annäherung ist nach wie vor da, nur mit dem Unterschied, dass sie ohne Nachwuchsfolgen bleibt", informiert der Biologe. Genauso wenig ändert sich das Rudelverhalten. "Die Rangordnung im Familienverbund dieser Tiere, die ein tolles Sozialverhalten haben, bleibt gleich", erklärt er weiter.
Wie anhänglich Wölfe sind, zeigt sich jetzt auch am Verhalten des ausgebrochenen Wolfes, der sich aus Angst vor der Betäubung zuerst zu den Wildschweinen geflüchtet hat und dann wieder zurück zu seinen Artgenossen wollte. Das ängstliche Tier wurde am Abend von Schwarzwaldparkbesitzer Ottfried Reichle gesichtet, ist aber dann zurückgewichen. "Am Mittwochmittag wurde das Wolfsgehege abgetrennt und eine Fangvorrichtung aufgestellt, in der sich leckere Innereinen befinden", informierte Reichle. "Ich hoffe es gelingt uns noch, das Tier wieder einzufangen", erklärte er weiter. "Der Wolf hat eine sehr gute Witterung und deswegen wartet unser Tierpfleger in seinem Auto in unmittelbarer Nähe der Fangvorrichtung."
Am Dienstagabend gegen 21 Uhr hatte Herr Reichle dann endlich Glück und der Wolf ging in die Falle.
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