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Die Bollenhut-Strategie wirkt PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Angéle Kerdraon   
Wednesday, 12. January 2011

Schwarzwald-Baar/Freiburg - Die Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) schaut optimistisch in die Zukunft und ist sich sicher, dass die sogenannte Bollenhutstrategie, die den sinkenden Tourismuszahlen entgegen gesetzt wurde, bestens funktioniert hat. "Der Schwarzwald ist wieder angesagt", zeigte sich STG-Geschäftsführer Christopher Krull zuversichtlich, als er jetzt neueste Zahlen bekannt gab und einen Blick in die touristische Zukunft warf.

"Die touristischen Zahlen der Ankünfte und Übernachtungen sind ähnlich gut verlaufen wie im vergangenen Jahr", so Krull: Immerhin konnte der Schwarzwald für das Tourismusjahr 2010 im Zeitraum von Januar bis August ein Plus von 2,4 Prozent bei den Ankünften und ein Plus von 0,5 Prozent bei den Übernachtungen verzeichnen. In den drei Schwarzwald-Tourismusregionen Nord, Süd und Mitte hat vor allem der Nordschwarzwald mit einem Plus von 2,5 Prozent zugelegt.

Immer beliebter wird der Städtetourismus. Freiburg hat beispielsweise um zwei Prozent und Karlsruhe sogar um 15,7 Prozent zugelegt, was auch auf Messen zurückzuführen ist.

"Für das insgesamt erfreuliche Ergebnis, sorgen vor allem die ausländischen Touristen, die bei den Übernachtungen um 6,5 Prozent zugenommen haben", freute sich Krull. Zwar ist das Interesse am Schwarzwaldurlaub bei den Deutschen leicht gesunken, deren Gästezahl um ein Prozent abnahm. Gestiegen sind dagegen die Zahlen bei den Asiaten, bei den Polen und den Briten. Ein beliebtes Reiseziel ist der Schwarzwald bei den Schweizer Nachbarn, die mit 280692 Gäste-Ankünften und 588379 Übernachtungen immer noch an der Spitze vor den Niederländern liegen. Allerdings geben die Luxemburger die meisten Euros in den Ferien aus. Am liebsten schlafen die Touristen in den Hotels, die sich über ein Plus von 3,3 Prozent bei Übernachtungen freuen.

Rückblickend meinte Krull, dass man die Tourismuskrise in den 90er Jahren von 1990 bis 1998 mehr als 500 Hotels und 3700 Betriebe sowie über 60 Kliniken pleite gingen und die Übernachtungszahlen sich um drei Millionen verminderten, gut reagiert habe. "Wir haben die Chance gut genutzt", die Bollenhut-Strategie habe gewirkt "und uns aus der Krise geführt", resümierte der Tourismusfachmann: "Der Schwarzwald steht an erster Stelle in den deutschen Mittelgebirgen".

Für ein erfolgreiches Krisenmanagement sorgte die Bildung einer neuen Verbandsstruktur für den Gesamtschwarzwald, die Erarbeitung einer Zukunftsstruktur, wie Themenmarketing, Markenprofiklierung und Qualitätstourismus. "Aber auch die Gründung der Naturparke, die unser wichtigstes Instrument waren", betonte er.

Geändert hat sich die Mitgliederstruktur. Waren es damals die Gemeinden, sind es jetzt 16 Landkreise die unter der Dachmarke "Schwarzwald Tourismus GmbH" stehen, was Krull als einen großen Vorteil bezeichnete. 1,7 Millionen Euro erhält die STG an Beiträgen aus den Landkreiskassen und 350000 Euro aus den Landeskassen zur Verfügung. Alles andere muss selbst hereingeholt werden, wie beispielsweise aus Industrie und Wirtschaft.

Zum besten Zugpferd für einen Urlaub im Schwarzwald hat sich die Konuskarte entwickelt, die die kostenlose Nutzung von Bussen und Bahnen der Region ermöglicht. Durch eine Gästekarte abgelöst werden soll demnächst die Schwarzwaldkarte. Neu geplant werden derzeit Genießerpfade mit Wanderwegen, wie beispielsweise am Feldberg oder in Bernau.

Für die Zukunft braucht es laut Krull mehr Geld fürs Marketing, etwa durch eine "weitere Optimierung" der Verbandsstruktur sowie durch eine Marketingsteuer oder Bettensteuer. Gästepotenzial und Erwartungsmärkte gibt es für Krull noch genug, dabei denkt er an Russland, China, aber auch Israel.

 
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