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Krimi mit Lokalkolorit PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Angéle Kerdraon   
Friday, 1. October 2010

Titisee-Neustadt - Mit dem vielversprechenden Titel "Das Morgengrauen" bewegt sich der bekannte Autor und Journalist Roland Weis aus Titisee-Neustadt wieder einmal mehr auf dem kriminalistischen Parkett. Nachdem der 52-jährige Autor mit seinem erfolgreichen Bildband "Geschichte des Hochschwarzwaldes - Von der Eiszeit bis heute" ein breites Publikum ansprach, werden in seinem fünften lokalbezogenen Krimi wieder einmal auf humoristische Art Dinge beleuchtet, die sonst gerne vernebelt werden.

 

Weis lässt in seinen Kriminalgeschichten ungerührt die gesamte Lokalprominenz aufmarschieren, mit Namen, Funktionen und allen Macken und Schrullen.

Auch im neuen Krimi spielt der liebenswerte und leichtbeinige Schwerenöter Alfred, ein Lokalredakteur bei einem bekannten Hochschwarzwälder Wochenblatt, wieder einmal die Hauptrolle. Bei der Einweihung einer Mehrzweckhalle in Titisee-Neustadt erlauscht er zufällig auf der Herrentoilette ein aufschlussreiches Gespräch über die vetternwirtschaftlichen Absichten der lokalen Polit- und Wirtschaftsgrößen. Amüsant für den Leser, wie in der Geschichte einzelne Personen bei ihren öffentlichen Auftritten humorvoll und trefflich genauestens seziert werden. Gibt es doch einige Persönlichkeiten, die sich nur zu gerne in Position gestellt in der Zeitung abgelichtet sehen. Wie beispielsweise ein Löffinger Lehrer mit seinen Passionen als Geschichtsforscher, Kreis- und Gemeinderat, der bei vielen öffentlichen Anlässen gerne mit seiner Anwesenheit glänzt. Da ist es schon verständlich, wenn es Redaktionsanweisungen gibt, ein Ablichten zu verhindern. "Achte darauf, dass der Gwinner nicht aufs Bild kommt", hatte der Redaktionsleiter im neuen Krimi gemahnt. "Der schmuggelt sich immer dazu, wenn die Presse fotografiert, du siehst ihn auf jedem zweiten Bild", untermauerte der Chef seine Anweisung an Alfred. Doch der kommunalpolitische Skandal, der sich anbahnt, nimmt Alfred in den Griff. Zumal ausgerechnet der für den Hallenbau verantwortliche Ingenieur im Stadtbauamt einen rätselhaften Selbstmord verübt. Den Stein ins Rollen bringt natürlich Lokalredakteur Alfred, dafür nimmt er doch gerne den trinkfesten nächtlichen Einsatz in der Bar "Rote Laterne" in Kauf.

Derweil ziehen in seinem Privatleben dunkle Regenwolken auf. Schließlich sehen seine Chefs seine amourösen Abenteuer und nächtlichen Abstürze gar nicht so gerne. Und vor allem missbilligen sie seine allzu respektlosen Recherchen in den "besseren Kreisen", was Alfred unberührt lässt.

Ungeniert schreibt Weis in seinem neuen Krimi über die zweifelhaften Machenschaften der Gemeindepolitik und Wirtschaft. Da gibt es keine Tarnnamen, keine Pseudonyme und keine verschämten Umschreibungen. Spielerisch geht er mit Honoratioren, Originalen und Prominenten des Hochschwarzwalds um. Die Begebenheiten sind skuril und werden mit slapstickhaften Moritaten gespickt, was dem Leser Unterhaltung verspricht. Doch letztendlich wird alles vom schwerverliebten Schwerenöter Alfred, mit einer Mischung aus Dusel, Charme und Tollpatschigkeit aufgeklärt. Allerdings droht Alfred die Versetzung in eine Hochrheinredaktion, die hoffentlich im nächsten Krimi verhindert wird.

Roland Weis stellt sein Buch in verschiedenen Lesungen vor. Am 23. Oktober, 19.30 Uhr, führt Weis bei einem "Kriminalistischen Essen" unter dem Titel "Mörderisches Menü" in seine Krimis ein. Das Essen im "Resenhof" in Bernau wird von verschiedenen Wirten gekocht und die Speisen sind an die Titel der Krimis angelehnt. Da wird passend zu den Krimis gekocht. Beispielsweise Schwarzwälder Geschnetzeltes mit Kirschenkomp(l)ott oder Belenos-Süpple nach Keltenart mit kultigen Kracherles.

Der Schwarzwaldkrimi "Das Morgengrauen" erscheint im Sternwaldverlag, ISBN 978-3-9811708-6-3 und ist in allen Buchhandlungen erhältlich.

 
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