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Hinterzarten - Die Schwarzwald Tourismus GmbH sieht trotz leicht rückläufigen Übernachtungszahlen 2009 mit Zuversicht in die Zukunft, zumal die ersten Daten aus 2010 insgesamt wieder besser aussehen. Das wurde jetzt bei der Jahrestagung der STG, die für die touristische Vermarktung des Schwarzwalds zuständig ist, in Hinterzarten deutlich.
Im weltweiten Krisenjahr 2009 sanken die Übernachtungszahlen hier um 1,4 Prozent (zum Vergleich: Baden-Württemberg gesamt minus 2,8 Prozent). Die STG, die mit einem Budget von 3,4 Millionen Euro für die touristische Vermarktung des gesamten Schwarzwalds zuständig ist, setzt aber auf einige neue Konzepte.
Geschäftsführer Christopher Krull informierte über diese Tourismusideen, mit denen sich die STG gegen den Wind stellen möchte. Profilthemen wie Wandern, Rad und Mountainbike, das Wellnessthema "Schwarzwald Balance" (ein spezielles Ernährungs-, Bewegungs- und Massagekonzept zur Entsäuerung des Körpers) sollen genauso wie die neue Auszeichnung "Schwarzwald-Echte Gastlichkeit" für schwarzwaldtypische Hotels Lust auf den Schwarzwaldurlaub machen. Schließlich ist der Wettbewerb aus den Küstenländern im Norden groß.
Der Trend zu einem kürzeren Aufenthalt der 6,5 Millionen Gäste, die den Schwarzwald besuchten, sei nach wie vor sichtbar und liege jetzt bei 2,9 Tagen, bedauerte der STG-Aufsichtsratvorsitzende Heinz Hornberger. Die großen Verlierer sind weiterhin die Kliniken, die einen Übernachtungsrückgang von 5,65 Prozent verzeichnen. Ausländer lieben den Schwarzwald. Besonders die Schweizer und Franzosen: Sie sorgen für einen Gäste-Zuwachs um 0,3 Prozent.
Der Tourismus sorgt bei Bruttoumsätzen von acht Milliarden Euro für eine Nettowertschöpfung von 3,7 Milliarden Euro. 34,8 Millionen Übernachtungen konnte der Schwarzwald nach Hornbergers Aussagen im Jahr 2009 aufweisen. Hinzu kommen 173 Millionen Tagesausflugreisende. Zusammen sorgen sie für zirka 180000 Vollarbeitsplätze.
Rasant entwickelte sich die Gästekarte Konus, die drei Millionen Fahrgäste nutzten. Rückläufig dagegen ist der Verkauf der Schwarzwald-Card, die die STG neu konzipieren will.
Die Bedeutung des Dachverbandes, zu dem jetzt auch der Landkreis Karlsruhe zählt, untermauerte Rottweils Landrat und STG-Vorsitzender Wolf-Rüdiger Michel. Wirtschaftsstaatsekretär Ernst Burgbacher (FDP) forderte mehr Qualität und ein Angebot für alle Generationen. Dass es hier noch einiges zu tun gibt, beweisen erste Zahlen einer Internetumfrage unter Gästen, bei der der Schwarzwald besonders im Servicebereich nicht so gut abschnitt.
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