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Zuckerrüben sorgen für gute Skisprung-Bedingungen PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Angéle Kerdraon   
Sunday, 8. August 2010

Titisee-Neustadt - Skispringer finden künftig an der Hochfirstschanze noch bessere Bedingungen vor: Dank dem Engagement zahlreicher Firmen und freiwilliger Helfer konnte jetzt die maschinelle Kühlung der Anlaufspur realisiert werden. Umweltfreundlich ist die Anlage obendrein: In den Leitungen fließt als Kühlmittel ein Zuckerrübenextrakt.

"Egal, ob ein Weltcup- oder ein COC-Springen, die neu installierte Anlaufkühlung an der Hochfirstschanze, macht die Arbeit den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern viel leichter", freute sich Titisee-Neustadts Bürgermeister Armin Hinterseh über die tolle Ersparnis von mindestens 45000 Euro. Ohne eine funktionierende Anlaufkühlung kann auch der beste Weitenflieger keine guten Resultate erzielen. "Eine gut funktionierende Anlaufkühlung ist tatsächlich eine Wissenschaft für sich", strahlt auch Generalsekretär Joachim Häfker über die neueste Errungenschaft, die die Arbeit des gesamten Schanzenteams erheblich verbessern wird.

Möglich wurde die Anlaufkühlung, die für eine bessere Konkurrenz der Wälderstadt mit anderen Weltcup-Veranstaltungsorten sorgen soll, durch die finanzielle Hilfe und das Engagement zahlreicher Sponsoren sowie dem selbstlosen Einsatz der Ehrenamtlichen. Auf den Geschmack gekommen sind Häfker und sein Team durch die Engelberger Anlage, die sie sich vor drei Jahren einmal ausgeliehen hatten. "Es war eine Mordsarbeit, die ganze Anlage herauszupickeln", erinnert sich Häfker an die damalige Herausforderung. Die Arbeit habe sich aber rentiert, weil man gemerkt habe, dass eine gute Anlaufkühlung auch große Sicherheit bringe. "Es kann alles noch so gut sein, wenn es oben nicht funktioniert, ist die ganze Veranstaltung im Eimer", weiß er aus Erfahrung.

Zu verdanken ist die neue Errungenschaft eigentlich dem Gedankenblitz von Ernst Simon, der seinen Chef, Lidl-Geschäftsführer Walter Rauh, für diese Idee begeistern konnte. Diesem wiederum kam hierfür die Ausmusterung einer Kühlanlage im Auslieferungslager der Firma Lidl in Hüfingen, gerade recht. Auf diese Weise erhielt die Wälderstadt das ausgediente Geschenk aus der Baar. "Allerdings verging von der Planung bis zur Vorbereitung einige Zeit", verdeutlichte Häfker. Zweieinhalb Kilometer rote Schlauchleitung wurden mit 5600 Kabelbindern in 18 Reihen auf grünem Maschendrahtzaun befestigt und in den Anlauf gelegt. "1000 Liter Zuckerrübenextrakt sorgen als ökologisch unbedenkliche Kälteträger für die erforderliche Temperatur", informierte Thomas Moritz aus Gundelfingen von der gleichnamigen Firma, die ein Drittel der Materialkosten übernommen hat. Moritz sah in dieser Arbeit eine Herausforderung, die zudem Spaß gemacht hat.

Mehrere Motoren sorgen in der Verbundkälteanlage für den entsprechenden Kältebedarf und das Wohlgefühl beim Springen. Ermittelt wird die richtige Temperatur mit einem Messgerät der Firma Testo. Die gesamte Anlage steht in einem eigens dafür gebauten Holzhaus, für dessen sicheres Fundament erst einmal ein Loch von einem Meter Tiefe ausgegraben werden musste. Von der neuen Kühlanlage verspricht sich das Organisationskomitee außerdem eine verstärkte Trainingsmöglichkeit. Doch vorerst werden die Kühlleitungen wieder zusammengerollt, bis das nächste COC-Springen oder vielleicht wieder einmal ein Weltcupspringen ansteht.

 
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