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Titisee-Neustadt - Die Zukunft des Landarztes sieht zumindest im Hochschwarzwald düster aus. Eine Tatsache, die das Ärzte Symposium, zu dem über 100 Ärzte, Bürgermeister und Politiker anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Helios Klinik in Titisee-Neustadt eingeladen waren, klar verdeutlichte.
Der ehemalige Landtagsabgeordnete Gustav-Adolf Haas (SPD) setzte sich mit dem Thema "Die Zukunft des Landarztes" auseinander. Er forderte die Ärzte dazu auf, ein Gremium zu bilden und sich an die Politik zu wenden und gleichzeitig bei den Krankenkassen eine Basis dafür zu schaffen. Während in der Rheinebene und in Freiburg eher von einem Ärzteüberschuss geredet werden kann, ist der Hochschwarzwald zwischen Löffingen, Ühlingen-Birkendorf und Todtnau von einem Ärztenotstand gekennzeichnet. "Viele der niedergelassenen Ärzte sind über 50 Jahre alt, finden nur schwer Nachfolger, müssen sich verstärkt mit der Bürokratie herumschlagen, haben zu wenig Zeit für ihre Patienten und kämpfen um die Einhaltung der Budgetierung, um der drohenden Regressforderung der Kassen vorzubeugen, definierte Christoph von Ascheroden, Praktischer Arzt und Vizepräsident der Bezirksärztekammer Südbaden, das Problem. Außerdem forderte er eine Netzbildung zwischen Ärzten und Therapeuten, mehr Planungssicherheit und Bürokratieabbau, um sich wieder auf den eigentlichen Arztberuf konzentrieren zu können.
Anders als die betroffenen Ärzte sieht es dagegen das Ministerium für Arbeit und Soziales in Stuttgart, das auf eine entsprechende Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Walter Kröger reagierte. "Das Land bezieht sich auf verlässliche Erhebungen der Kassenärztlichen Vereinigung und spricht von einem Ärzteüberschuss", informierte Krögers Vorgänger Gustav Adolf Haas, der damit eine heftige Diskussion anstieß. Mit 105000 Menschen und 91 Hausärzten liege der aktuelle Versorgungsgrad im definierten Gebiet Hochschwarzwald bei zirka 144 Prozent, was einer Überversorgung gleichkommt, ging Haas näher auf die Zahlen im Bedarfsplan des Landes ein. "Was sollen wir tun, damit der Hochschwarzwald nicht zu einem Notstandgebiet wird?" fragte er. "Der Bedarfsplan Hochschwarzwald ist eine Farce, weil in dem Plan nicht nur der Hochschwarzwald, sondern auch die Landkreise Waldshut und Lörrach eingebunden sind", empörte sich Chirurg Markus Theissen aus Titisee-Neustadt. Mit der Problematik aus Sicht der Kassen befasste sich Petra Spitzmüller von der AOK, die für eine integrierte und ausgewogene Versorgung im Zusammenspiel von stationärer und ambulanter Versorgung plädierte und auf die Wirtschaftlichkeit abhob. Außerdem forderte sie unter anderem auch eine bessere Zusammenarbeit mit den Kommunen. Dass Stadtärzte und Landärzte nicht einen Topf geschmissen werden können, verdeutlichte der Todtnauer Internist und Neurologe Georg Steinfurth. "Wir müssen oft nachts bei Schneesturm auf entlegene Höfe", informierte er und forderte eine Definition nach Meereshöhe. Außerdem bemängelte er das Desinteresse der Bürgermeister. Er habe drei Hausärzte aufs Land geholt und nicht einmal eine Postkarte bekommen, bedauerte er.
"Als fünf vor zwölf" bezeichnete Löffingens Bürgermeister Norbert Brugger die Situation. Er appellierte an seine Kollegen, doch in Stuttgart vorstellig zu wenden, um das Problem anzugehen.
"Die Zukunft der Ärzte im ländlichen Raum beschäftigt alle - Kliniken, Ärzte und Patienten", brachte Stefan Eggstein, Chefarzt der Helios Klinik, die Problematik auf den Punkt.
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