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Hochschwarzwald - Auch im Hochschwarzwald gibt es nur noch wenige Großfamilien, in denen die ältere Generation wohlbehütet und zufrieden ihren Lebensabend verbringen kann. "Immer mehr Mensch leben im Alter alleine, leiden an Vereinsamung und verwahrlosen", bedauert Altenberater Wendelin Schuler bei der Jahresbilanz 2009. Damit diese bedauerliche Zeiterscheinung sich nicht ganz so gravierend auswirkt, wurde vor neun Jahren die Beratungsstelle für ältere Menschen gegründet.
Träger dieser wichtigen Einrichtung sind der Caritative Altenverbund und neun Hochschwarzwaldgemeinden, die mit ihrem Beitrag für einen finanziellen Ausgleich sorgen.
Schulers Arbeitstag dauert mehr als acht Stunden. Alte Menschen vor der Vereinsamung und Verwahrlosung zu bewahren, erfordert einen hohen Zeitaufwand. Um überhaupt etwas zu erreichen, muss erst einmal das Vertrauen der alten Menschen gewonnen werden. Dass geht nicht nur mal schnell am Telefon. In einem Fallbeispiel, das Schuler erläuterte, wird der enorme Zeitaufwand deutlich. Elf Hausbesuche und 15 Stunden mit Fahrt waren nötig, um den in einer kleinen Hochschwarzwaldgemeinde alleine lebenden 71-jährigen Herrn K., der sich in seiner Wohnung eine komplizierte Handfraktur zuzog, fachlich zu betreuen und zu versorgen. Weil es sich aber nur um einen "vorübergehenden Hilfebedarf" handelte, übernahmen weder Krankenkasse noch Pflegekasse die Kosten. Dem alten Mann fehlten die finanziellen Mittel, die Kosten zu bezahlen. "Kein Telefon, nur ein Handy, das meist auch nicht geht und dann noch Schnee und Eis", erklärt Schuler die Situation.
Um die Kostenfrage und die Versorgung zu klären, mussten fünf verschiedene Anträge ausgefüllt werden: Krankenkasse, Häusliche Krankenpflege, Pflegekasse, Leistung der Pflegeversicherung, Rezeptgebührenbefreiung, Sozialamt, Hilfe zur Pflege, Stellung der Grundsicherung und zusätzlich noch einmal sechs Stunden Büroarbeit mit Telefongesprächen. Ein Fall von vielen.
Schuler betreute und beriet im Jahr 2009 immerhin 266 Menschen. "Die Fälle von Demenzkranken nehmen ständig zu", informierte er. Dies zeigt sich auch daran, dass er in 40 Fällen die gesetzliche Betreuung beantragen musste. "Ein Verfahren, das oft Monate dauert", klärte er auf. Immer öfters stehen die Angehörigen vor einem riesigen Berg, wenn die Situation des Pflegebedarfs und eine damit verbundene Antragsflut auf sie zukommen. Besonders in solchen Fällen ist Schulers Hilfe eine große Entlastung. Außerdem gehört auch die sogenannte Krisenintervention, bei der alte Menschen zu verwahrlosen drohen und unterversorgt sind, zu seinem Aufgabengebieten. Eigentlich eine Aufgabe der Gemeinden, die sich inzwischen mit 15 Prozent der jährlichen Kosten an der Beratungsstelle beteiligen. Dennoch befürchtet Schuler, dass dies nicht ausreicht und forderte eine höhere Beteiligung. "Sonst müssen diese Aufgaben die Gemeinden selbst erledigen", untermauerte er.
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