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Geschrieben von Angéle Kerdraon   
Thursday, 4. February 2010

Hinterzarten - "Jeden Tag kostenlos Skifahren, Baden oder Golfen". Was sich in den Allgäuer Tourismusorten Oberstaufen und in Bad Hindelang mit dem Einsatz einer Tourismuscard zum Erfolgsschlager entwickelte und für eine Ausweitung der Übernachtungszahlen sorgte, soll bald auch bei der Hochschwarzwald Tourismus GmbH mit der neuen HochschwarzwaldCard möglich sein.

Mit der Einführung einer HochschwarzwaldCard möchte der innovative Tourismusgeschäftsführer Thorsten Rudolph auch dem Hochschwarzwald ein Wachstum der Übernachtungszahlen bescheren. Im Kurhaus von Hinterzarten präsentierte der erfahrene Tourismusfachmann zusammen mit Konstantin Feustel, der auch für das Konzept der beiden Cards im Allgäu zuständig ist, das ehrgeizige Projekt den Vermietern und Hoteliers. Die Card, die den Gästen einen stressfreien Urlaub mit viel Spaß bieten und für eine bessere Gästeanbindung sowie die Neugewinnung von Gästen sorgen soll, kostet den Gast täglich zirka 3,90 Euro beziehungsweise 4 Euro. Der Gastgeber muss diesen Preis in den Zimmerpreis einberechnen und mit der Hochschwarzwaldtourismus GmbH abrechnen. Ein Punkt, der sich in der sich anschließenden Diskussion als Brennpunkt zeigte. Während die Hoteliers begeistert von der Idee waren, befürchteten verschiedene Ferienwohnungsvermieter, dass ihre meist älteren Gäste die Card gar nicht wollen. Bedenken äußerten einige Vermieter außerdem über das von Rudolph verfolgte schnelle Tempo des Cardeinsatzes. Bereits im November 2010 soll die Card vermehrt die Gäste anlocken und bis zum 23. Februar 2010 müssen die Vermieter die Verträge unterschrieben haben. Kritisiert wurde außerdem die späte Information der Vermieter. Bereits neun Monate habe er zusammen mit Feustel Vorarbeit geleistet und das Projekt vorbereitet, unterstrich Rudolph. Außerdem habe man vor der öffentlichen Information erst eine feste Konzeption erstellen wollen, erklärte er weiter. "Wir haben 40 Betriebe mit Freizeitattraktionen gewinnen können, die bei der Card mitmachen und in Oberstaufen sind es lediglich 15 Attraktionen", informierte Feustel die Zimmervermieter über die große Resonanz der Leistungsträger.

Im Hochschwarzwald dabei sind unter anderem das voraussichtlich im November 2010 fertig gestellte Badeparadies, fast alle Liftverbände, darunter der Liftverbund Feldberg sowie das Skimuseum Hinterzarten, der Golfclub Hochschwarzwald und der Steinwasenpark, die den Touristen die eine HochschwarzwaldCard besitzen, freien Eintritt gewähren. "Darauf sind wir besonderst stolz, denn es war ein hartes Stück Arbeit, gerade in diesem Park alles {sbquo}all inclusive' anzubieten", unterstrichen die beiden Tourismusexperten.

"Mit diesem Produkt gehen wir mit einem immensen Vorteil in den Wettbewerb", appellierte Rudolph an die Gastgeber doch mit in das Boot einzusteigen. In Oberstaufen sind es bereits 84 Prozent der Betriebe, die mitmachen und den Gästen die elektronische Chipkarte zur Verfügung stellen. Das Schlagwort heißt: "Urlaub ohne Mehrkosten", ein Slogan, der in den Medien Furore machte. "Die Folge war, dass sich die Gästezahl beziehungsweise die Übernachtungen um 11,2 Prozent spürbar und dramatisch erhöhten und das sowohl bei den Leistungsträgern, als auch bei den Vermietern vom Bauernhof bis hin zum Sternehotel", dokumentierte Feustel seine Erfolgsgeschichte. Der Hochschwarzwald kann mit Skigebieten, Bergbahnen, Seen, Golfplatz, Museen und mit einem Spaßbad punkten. "Ein unglaubliches Angebot für die Gäste", untermauerte Feustel, der in seinem HochschwarzwaldCard-Konzept die Schlagwörter: "Freie Fahrt, freier Eintritt" ausgewählt hat. Allerdings gilt das nur für den Gast, der mindestens zwei Nächte bleibt. "Wir wollen nicht den Tagesgast forcieren, weil die so und so da sind", unterstrich Rudolph die "Card-Philosophie".

Grundvoraussetzung für den Vermieter ist allerdings, dass er einen Computer mit Internetzugang besitzt. Um das Projekt überhaupt starten und finanzieren zu können, sind mindestens 850000 Übernachtungen in den zehn Hochschwarzwaldgemeinden notwendig. "Davon müssen dann für die Mitarbeiterschulung und für das Marketing 15 Prozent aus dem Finanztopf genommen werden", erklärte Rudolph das Finanzierungsprogramm, für das auch Leaderzuschüsse beantragt wurden. Am 19. Januar um 20 Uhr gibt es weitere Informationen in Löffingen in der Tourist-Information und am 27. Januar um 14 Uhr in Titisee im Kurhaus zur neuen HochschwarzwaldCard.

 
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