|
Titisee-Neustadt - Zur Kulisse eines großen Musicals wird im Sommer 2010 die Hochfirstschanze in Titisee-Neustadt: Auf die "Spiele am See" folgt jetzt ein Musical an der Hochfirstschanze. Die meist im Dornröschenschlaf schlummernde Hochfirstschanze wird am 14. und 15. August wieder erweckt und dient als extravaganter Schauplatz des Musicals "Schwarzwaldmädle" mit zirka 300 Mitwirkenden und einem großen Orchester.
"Das ist eine einzigartige Location und es kommt nicht alle Tage vor, dass man auf dem Schanzenturm eine Pressekonferenz gibt", betonte gestern Thorsten Rudolph, Geschäftsführer der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) bei der Vorstellung des großen "Sommerevents 2010", für 250000 Euro veranschlagt werden. Die HTG geht laut Geschäftsführer Rudolph davon aus, dass mindestens 5000 einheimische Zuschauer und Gäste das Musical ansehen und anhören. Rudolph stellte auch gleich die Hauptdarsteller und das Tourmanagement vor. Die Rolle des "Bärbele" mit der einst Sonja Ziermann das Publikum begeisterte, übernimmt mit der Sopranistin Kathrin Frey, die aus Bonndorf stammt, ein waschechtes Schwarzwaldmaidle. "Ich freue mich sehr, wieder in meine Heimat zurückzukehren und diese Rolle zu spielen", bekannte sie dann auch strahlend. "Wie Sissi in Wien spielt, spielt das Schwarzwaldmaidle eben im Schwarzwald", bekannte sie sich gerne zu ihrer Heimat.
Der Tenor Volker Bengl verliebt sich als Hans unsterblich in das Schwarzwaldmädle und sorgt für Verwirrung und Eifersüchteleien im unberührten Schwarzwaldorf. Damals spielte sich das in St. Peter ab. Das Schwarzwalddorf war die Hauptkulisse des Films, der einiges zum Bekanntheitsgrad des Schwarzwaldes, ähnlich wie die Filmreihe "Die Schwarzwaldklinik", beitrug. Die Handlung an der Hochfirstschanze wird durch die Mitwirkung zahlreicher Trachtengruppen, wie beispielsweise die Trachtengruppen aus Löffingen, Breitnau, Titisee-Jostal, Waldau und Schluchsee unterstützt, die das authentische Schwarzwaldimage rüberbringen sollen. "Wir haben uns gedacht, das Schwarzwaldmädel wird überall gespielt, aber an einer Schanze noch nicht", verriet Tourmanager Fabian Keitel über die Entstehung dieser Idee, die er schließlich zusammen mit Rudolph umsetzte. Die Beiden sind gute Freunde und haben schon einige Produktionen zusammen geschultert. So hatte Keitel auch bei den "Spielen am See" die musikalische Leitung inne. "Beim Musical Schwarzwaldmaidle wird ein großes Fest gefeiert", betonte Keitel, der als gebürtiger Schwabe das "Schwarzwaldmädle" wieder in das Gedächtnis zurückruft und nicht versteht, warum noch niemand das "Schwarzwaldmädle" zum Dauerthema gemacht hat. "Es wird nicht die Operette im klassischen Sinn der früheren Jahre werden", lässt er wissen. Aber dennoch möchte er manche Dinge berücksichtigen und denkt dabei an das 2004 aufgeführte Stück "Watzmann", bei dem er die neue Zeit mit einem Handy mit einfließen ließ. "Wir wollen auch auf aktuelle Ereignisse und Dinge, die im Umfeld passieren, Rücksicht nehmen und wenn es die Schweinegrippe ist", erklärte er. Wichtig sei für ihn, dass die Zuschauer begeistert sind und ihren Spaß haben, sagte er weiter. "Und dass Kathrin Frey die Rolle des Bärbele übernimmt, ist der Sahnetupfen auf das Ganze", untermauert er, in ihr eine Idealrollenbesetzung gefunden zu haben. Für die Regisseurin Julia Riegel ist ganz klar, dass das Operettenpublikum empfindlich ist, dennoch möchte sie moderne Elemente und Stilbrüche einbringen, um einen Kontrast zur Folklore und den Kostümen zu erreichen. "Dass ein Schwarzwaldmädle nicht nur lieb und nett sein kann, können die Musicalbesucher in der Aufführung, die durchaus boshafte Inhalte zeigt, genauso erleben, wie die Aufführung zeitgenössischer Musik", verriet Regisseurin Julia Riegel über die Handlung. Als Herausforderung sieht Kerstin Hägele das große Requisitenpotential, das sich ihr hier in Form der verschiedenen Trachten bietet. "Ich möchte die Trachten aber auch von der anderen Seite ansehen und vielleicht etwas Glamouröseres einarbeiten", freut sie sich auf ihre Arbeit. Bewegen werden sich die Schauspieler auf einer 14 mal 24 Meter großen Spielbühne, die in verschiedne Bereiche eingeteilt ist. Zwei Videowände ermöglichen von allen Seiten die Sicht auf das Bühnengeschehen. Abschließend verriet Rudolph noch, dass neben Hansi Vogt, den er für eine Rolle gewinnen konnte, auch Verhandlungen mit Tony Marschall und den Geschwistern Hoffmann laufen, die als weitere Zugnummern gelten. Bereits begonnen hat der Kartenvorverkauf. Gespielt wird bei jedem Wetter.
Insgesamt stehen jeweils 3400 Sitzplätze zur Verfügung und der Rest sind Stehplätze. Karten sind bei allen Touristinformationen der HTG erhältlich. Informationen im Internet:
www.hochschwarzwald.de
|