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Freiburg - Business trifft Knigge - Stilsicher auf glattem Parket". Wie man das schwierige Thema mit Stil bewältigt, wollten 100 Damen aus dem Geschäfts- und Wirtschaftsleben genau wissen, die im Rahmen der "Frauen Wirtschaftstage" ins Hotel Rheingold nach Freiburg kamen. Dort wurden sie von Deutschlands bekanntester Etikette-Trainerin und Buchautorin Lis Droste erwartet, die bei einem viergängigen Menü darüber aufklärte, wie man bei Tisch sozusagen nicht ins Fettnäpfchen tritt.
Roter Lippenstift sorgt zwar für einen Kick Sexappeal, aber an Gläsern oder auf der Serviette erzeugt der Lippenverschönerer eher Missbilligung. Wie stellt man es am besten an, dass die Serviette mindestens für den Tischnachbarn auch nach einem mehrgängigen Menü ein unbeflecktes Tuch bleibt? "Auf keinen Fall lege man die Serviette oder das Mundtuch links über die Schuler oder dem Arm, riet schon Erasmus von Rotterdam", bringt die weltbekannte Anstandstrainerin die Damen zum Lachen und bricht schnell das Eis. "Man nimmt die Serviette vom Tisch, faltet sie zur Hälfte und legt sie auf den Schoß und auf keinen Fall wird sie um den Hals drapiert, in die Bluse oder das Hemd gesteckt oder gar in den Bund gestopft", erfahren die Gäste. Des Rätsels Lösung ist, dass die obere Hälfte der Serviette zum Abtupfen von Lippen dient und der untere Serviettenteil die Kleidung schützt. Ein Fauxpas wäre es die Serviette auf die Lehne oder den unhygienischen Stuhl zu legen. "Und noch etwas: bei einer offiziellen Einladung ist die Tafel erst eröffnet, wenn die Gastgeberin die Serviette aufnimmt", sagt die Stilexpertin.
Nicht schwer fällt es bei Drostes Unterricht, den sie mit humorvollen kleinen Eselsbrücken erleichtert, sich auch die schwierigste Benimmfrage zu merken. Wie noch mal war die Sache mit dem Besteck? Darf man es nach Gebrauch oder während einer Essenspause neben den Teller legen oder muss es auf dem Teller bleiben? "Benutztes Besteck darf die Tischdecke nicht mehr berühren und deshalb legen Sie, wenn Sie das Essen unterbrechen, Messer und Gabel gekreuzt oder offen auf den Teller", lehrt die Frau vom Fach. Ist das Essen fertig, legt man Messer und Gabel parallel an den rechten Tellerrand, wird auch diese Etikettenfrage stilecht gelöst. Ach ja, und bloß nicht mit dem Besteck sprechen und gar wild herum gestikulieren, das wäre total unhöflich. Klar ist auch, dass man sich mit dem Besteck von außen nach innen arbeitet. "Und bitte Hände weg vom Dessertbesteck, das erst nach dem Hauptgang beim Dessert benutzt wird", klärt Droste auf. Und wie ist es mit den Gläsern, welches Glas steht wo? Auch hier klärt Lis Droste genau auf. Über den Messern, die rechts vom Teller liegen, werden die Gläser so angeordnet, wie sie traditionell genutzt werden. "Rechts außen steht das Wasserglas, links daneben das Weißweinglas und dann kommt das Rotweinglas", verrät sie über die moderne Tischkultur. Für Linkshänder wichtig: Sie erfahren, dass bei jedem Gang die Bestecke ausgetauscht werden dürfen. "Brotteller und Gläser bleiben da, wo sie sind", appelliert Droste, die richtige Tischkultur zu leben.
Während des Essens sollten sich alle wohl fühlen und dazu gehört auch das Bewahren der Haltung. "Gerade sitzen und nicht nach jedem Bissen tiefer unter den Tisch zu rücken oder nicht quer über den Tisch oder Nachbars Teller zu greifen, um an den Brotkorb oder an die Gewürze zu kommen", verdeutlicht sie weiter. Weder Ellenbogen gehören auf den Tisch, noch dürfen die Schuhe ausgezogen werden, wenn der Pumps auch noch so sehr drückt. Denn es könnte sein, dass er nach dem Essen nicht mehr passt. Ja und noch immer gilt die alte Verhaltensregel: "Die Gabel geht zum Mund und nicht der Mund zur Gabel".
Am einfachsten ist tatsächlich, wenn die richtige Tischkultur bereits am häuslichen Tisch gehandhabt wird, denn dann ist es ganz leicht auch im Business Etikette zu bewahren. Wer es noch mehr über die aktuellen Umgangsformen, moderne Tischsitten und souveränes Auftreten wissen möchte, erfährt dies im Buch "Stil und Etikette in unserer Zeit", das Lis Droste beim Beltz Verlag veröffentlicht hat. Darin hat die welterfahrene Trainerin das gesamte Spektrum der internationalen Umgangsformen genauestens aufgezeichnet.
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