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Mit fünf Monaten schon ein Star PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Angéle Kerdraon   
Thursday, 1. October 2009

Löffingen - Der Löffinger Falkner Franz Ruchlack aus dem Schwarzwaldpark ist überglücklich. Grund seines Glücks ist sein junger Weißkopfseeadler "Amrock", der sich in der kurzen Zeit von vier Monaten vom kleinen Nesthocker zu einem stolzen Adler mit Starcharakter entwickelt hat und die Besucher des Parks in seinen Bann zieht. "Er hat sehr schnell gelernt und fliegt bei den Flugvorführungen den Besuchern auf die Hand", freut sich der Falkner über seinen gelehrigen Liebling, dem das Fliegen großen Spaß bereitet.

"Ich glaube nicht, dass es anderswo Flugvorführungen gibt, bei denen einen Adler dem Zuschauer auf den Handschuh fliegt", strahlt Ruchlack über seinen schnell lernenden Adler. "Amrock" ist ein Weibchen und ist der ganze Stolz des Vogelflüsterers, der lange Zeit seinem Seeadler "Shila" nachgetrauert hat, den dreiste Diebe zusammen mit einigen wertvollen Falken gestohlen haben. Damals hat er vergeblich versucht, seine in Belgien festgehaltenen und mit falschen Papieren ausgestatten Vögel, wieder in seinen Besitz zu bringen (wir berichteten). Doch "Amrock" lässt diese Zeit schnell vergessen. Er hat zwar noch keinen skispringenden Paten gefunden, obwohl einige Skispringer in der Schwarzwald-Baar-Region beheimatet sind. Dennoch ist der König der Greifvögel der große Star bei den gut besuchten Flugvorführungen. Inzwischen bringt das majestätische Seeadlerweibchen schon gute fünf Kilogramm auf die Waage und wenn es über die Köpfe der Besucher segelt oder in großer Höhe ihre Kreise zieht, ist die imposante Spannweite ihrer Flügel gut zu sehen. "2,50 Meter ist die Spannweite der Flügel", informiert Ruchlack die stauenden Parkbesucher. Das Adlermädchen mag sogar Kinder und es lässt sich gerne von ihnen streicheln, was natürlich eine große Attraktion ist. Klar, dass die junge Adlerdame, deren prächtiges Federkleid in der Sonne glänzt, auch total verwöhnt wird. Auf der Adlerspeisekarte stehen täglich ganz mageres Fleisch, wie Rinderherz, zarte Täubchen und ab und an auch schon mal Kaninchen. Ein ganz besonders Verhältnis hat "Amrock" zu der jungen Falknerin "Liesel" alias Judith Müller, die den imposanten Vogel genauso gut hegt und pflegt, wie sein Besitzer Franz Ruchlack. Wenn der Adler bei seinen Flugvorführungen auf den Handschuh von Liesel fliegt, leuchten ihre Augen und man sieht ihr die Liebe zu der gefiederten Freundin an. Dabei ist es für die junge Frau nicht ganz einfach, die Hand auch zu halten, wenn der Adler sich im Flug auf den Handschuh setzt und dabei die im Handschuh festgehaltene Beute frisst. Schließlich ist die Adlerdame ganz schön schwer. Wenn sie ihr Fressen in den Kropf gewürgt hat, dann gibt sie schreiende Laute von sich. "Das sind Bettellaute, denn sie weiß, dass sie dann etwas zu fressen bekommt", klärt Ruchlack auf. Noch ist der Seeadler im Teeniealter und muss auf sein weißes Kopfgefieder, das ihm den Namen Weißkopfseeadler gegeben hat, warten. Erst im Alter von fünf Jahren ist der wunderschöne Vogel, der das Wappentier der Amerikaner ist, ausgewachsen und besitzt den für ihn so typischen weißen Kopf.

 
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