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Spannende Heimatgeschichte bis zur Eiszeit PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Angéle Kerdraon   
Thursday, 1. October 2009

Titisee-Neustadt - Oft sind Geschichtsbücher trocken und muten für nicht an der Geschichte Interessierte ein wenig langweilig an. Nicht so das neueste Werk von Autor Roland Weis (51) und Harald Riesterer (57). Sie führen in ihrem neuen Buch "Der Hochschwarzwald - Von der Eiszeit bis Heute" in die hochinteressante Geschichte des Hochschwarzwaldes ein.

Am Donnerstagabend stellten die beiden Autoren das fast noch druckfrische Geschichtswerk im Neustädter Hof in Titisee-Neustadt der Öffentlichkeit vor. Über drei Jahre haben der promovierte Historiker, Journalist und Kommunalpolitiker Weis und sein Mitautor Riesterer, gelernter Kartograf, Künstler und Vorsitzender des Kunstvereins Kirchzarten, an dem 480 Seiten umfassenden Geschichtswerk mit einer Auflage von 3000 Stück gearbeitet. Dabei dokumentieren die beiden Autoren in beeindruckenden Metaphern und kurzweiligen, spannenden Texten, ihre Zeitreise durch die Geschichte des Hochschwarzwaldes, von der Eiszeit bis heute. Untermalt werden die beachtlichen Zeitnachweise durch "Sagen und Lebensgeschichten" der Hochschwarzwälder. Angefangen von den Dorfbewohnern des Wiesentals bis über den Feldberg nach St. Blasien und weiter nach St. Märgen, sowie vom Titisee über Neustadt, Lenzkirch, Altglashütten, Schluchsee und Bonndorf bis hin in die angrenzende Baar, finden sich eindrückliche auf der Geschichte basierende Dokumentationen, eingebettet in einen populären wissenschaftlichen Überblick.

Bürgermeister Armin Hinterseh betonte in seiner Ansprache, dass es bereits einige faszinierende Geschichtsbücher in der Region gebe. "Aber was gefehlt hat, war ein Überblick", versicherte er und bedankte sich bei den beiden Autoren für ihr gelungenes Werk. Die besondere Arbeit von Weis und Riesterer hat auch Jürgen Weis, Verlagsleiter der Unternehmensgruppe Schwabenverlag AG, erkannt. "Als mir Herr Weis auf der Buchmesse in Frankfurt seine Buchidee vorgestellt hat, habe ich ihn gebeten, mir das Manuskript zuzuschicken und als ich es gelesen habe, sagte ich, ja, es lohnt sich", untermauerte der anwesende Verleger seine Zustimmung zur Veröffentlichung des Buches. Bevor das gelungene Geschichtswerk seinen Weg zu den Lesern fand, bedurfte es umfangreicher, fast schon kriminalistischer Vorarbeiten und Recherchen sowie eines guten Fingerspitzengefühls. "Als ich das Bild von Karl Hauptmann, das jetzt auf dem Buchumschlag abgebildet ist, in Bernau hängen sah, war es für mich schnell klar, dass genau dieses Bild vorne drauf muss", erinnert sich Weis, der beim Energieversorger Badenova in Freiburg als Unternehmenssprecher tätig ist. Das war nicht schwierig, weil das Bernauer Museum sehr kooperativ war. Allerdings sei es oft mühsam gewesen. 500 Fotos habe er für das Buch eingereicht, von denen schließlich 300 Fotos im Buch erschienen sind, erklärte er weiter. "Als erfreulich", registrierte Weis die große Unterstützung und Hilfe der Bürgermeister.

Auch im Schwarzwald machte sich die Eiszeit bemerkbar. Sie formte vor 20000 Jahren den Hochschwarzwald und hinterließ die Wutachschlucht, den Feldberg und den Titisee, so wie sie sich heute noch darstellen. Die Geschichte des Buches nimmt genau in dieser Zeit ihren Anfang.

In zehn Kapiteln breiten die Autoren alles geschichtlich Wissenswertes schonungslos aus. Von der Eiszeit, über die Siedlungsanfänge, in der die Menschen des Hochschwarzwalds in der Stein- bis zur Bronzezeit lebten. Was ist dran an den Kelten, waren sie wie die Alemannen oder Franken Bewohner des Hochschwarzwaldes? Was hat Bräunlingen mit der Geschichte des Hochschwarzwaldes zu tun? Wer hat zur Erschließung des Hochschwarzwaldes beigetragen, die Klöster oder die Falkensteiner und wie lebte die Herrschaft auf dem Wald, wie beispielsweise die Zähringer, die Fürstenberger oder gar die Raubritter? Und wie lebten deren Untertanen, die im Bauernkrieg Geschichte schrieben und die es fertig brachten, unschuldige Menschen als Hexen zu denunzieren, um sie hinzurichten? Im sechsten Kapitel geht es dann zum Alltag der Bewohner auf dem hohen Wald. Gefolgt von der Handwerkskunst zum Kunsthandwerk über die Tüftler und die klappernden Mühlen. Unter dem Kapitel "Spielball der Politik" werden Napoleon und die Folgen sowie die Badische Revolution beleuchtet. Dann rückt die Welt auch im Hochschwarzwald näher. Es folgt die Industrialisierung, wie Eisenbahn, Uhrenindustrie sowie Holz und Papier, bevor die Autoren den Weg in die nicht uninteressantere Gegenwart finden.

Das Buch mit der ISBN Nr. 978-3-7995-0840-7 ist in allen Buchhandlungen erhältlich.

 
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