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Feuer und Flamme für französische Küche PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Angéle Kerdraon   
Monday, 31. August 2009

Löffingen - Genießen, auf die feine französische Art. Wer kommt da nicht ins Schwärmen? Manfred Herold, Chefkoch der deutschen Botschaft in Paris, sorgte im Hotel Schwarzwaldpark in Löffingen dafür, dass es nicht nur beim Schwärmen blieb.

Der erfahrene Küchenchef und Schwarzwaldliebhaber bekochte nicht nur sämtliche ranghohe Politiker, Präsidenten und Nobelpreisträger. Von seinen Tellern aßen auch schon die legendäre Coco Chanel, die persische Kaiserin Farah Diba, zahlreiche französische Präsidenten, Bundespräsident Horst Köhler, die ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt, Helmut Kohl und Kanzlerin Angela Merkel.

"Kochen, und vor allem die französische Küche, ist meine große Leidenschaft", sagt Herold, der in Titisee eine Zweitwohnung besitzt. Mit dem Schwarzwaldpark in Löffingen verbinden ihn verwandtschaftliche Beziehungen. "Ottfried Reichle ist mein Cousin und da ich mich selbst in den Ferien nur schwer vom Herd trennen kann, macht es mir einfach Spaß, die Hotelgäste mit französischer Küche zu verwöhnen", betont er mit leichtem französischem Akzent.

Und der kommt nicht von ungefähr. Immerhin lebt Herold schon fast 40 Jahre in Paris und die Frau an seiner rechten Seite ist eine echte Pariserin. Seine Vorliebe zum Schwarzwald entdeckte der weitgereiste Koch, bei einem winterlichen Besuch im Schwarzwaldpark vor 39 Jahren. "Damals lud mich mein Cousin hierher ein und ich habe dieses Fleckchen Erde sofort lieb gewonnen", erinnert sich der gebürtige Trierer an die Anfänge seines Schwarzwaldfaibles.

Der Gaumenverwöhner kennt die Küchen dieser Welt. Bevor er das Regiment in der Küche der deutschen Botschaft in Paris aufnahm, war er sieben Jahre lang Koch im Hotel Ritz in Paris. Coco Chanel wohnte in einer Suite des Hotels, obwohl sie gegenüber eine große Wohnung besaß. Sie ließ fast jeden Abend ihren anspruchsvollen Gaumen von Küchenchef Manfred Herold verwöhnen und aß am liebsten "Côtelette und Pommes souffles". "Damals lebte Seniorchef CÚsar Ritz, der Erfinder der Luxushotels, noch", erinnert sich Herold gerne an den alten Herrn.

Außerdem stand der Trierer auch im "Hotel Bristol" in London am Herd. Dort zählten neben David Bowie auch die Rolling Stones zu seinen Gästen. Heute ist der Spitzenkoch immer noch Chef in der Küche der Pariser Botschaft und weiß, was die Staatsmänner am liebsten essen. "Die einen mögen es fein und die anderen deftig", weiß Herold und verrät, dass Altbundeskanzler Helmut Schmidt am liebsten Spiegelei mit Bratkartoffeln gemocht hat und dass Altbundespräsident Walter Scheel gerne mal an einem Glas Champagner nippte.

Er erinnert sich aber auch, dass der französische Präsident Franscois Mitterrand am 13. Juli mit zwei Stunden Verzögerung zum Mittagessen erschien. Eine nicht ganz einfache Situation. "Wir haben es aber doch noch ganz gut in den Griff bekommen und die Gäste waren zufrieden", versichert der Küchenchef. Schließlich hat er in dieser Richtung genügend Erfahrungen gesammelt und wenn ein Koch es stressfrei geschafft hat 2000 Personen zu bekochen - wie beispielsweise während seiner Tätigkeit in Schweden, wo er neben dem Königspaar die Nobelpreisträger samt Gäste verköstigen musste - lässt sich nicht so schnell aus dem Konzept und Rezept bringen.

Einen Acht-Stunden-Tag kennt Herold nicht. Am liebsten kauft er die Essenszutaten auf dem Pariser Großmarkt selbst ein und dazu muss er früh aufstehen. "Der Großmarkt öffnet um 4 Uhr und der Fischmarkt ist von 2 Uhr bis 5 Uhr morgens geöffnet", verdeutlicht er, dass ein Koch nicht nur den Herd beherrschen, sondern auch fit im Einkaufen sein muss.

Ursprünglich wollte Herold bis Ende August in Löffingen kochen, doch aus familiären Gründen musste er kurzfristig nach Paris zurück.

Am 3. Oktober steht für ihn dann in der Küche die nächste große Aufgabe rung an: 1200 geladene Gäste in der Pariser Botschaft den Geburtstag Bayerns feiern. Mit dabei ist natürlich Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer. Es wird seine letzte Herausforderung am Küchenherd sein, denn in wenigen Monaten geht der 65-Jährige in den Ruhestand. Dann bleibt sicher mehr Zeit für seinen Schwarzwald.

 
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