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Hader um Seebühnen-Umbesetzung PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Angéle Kerdraon   
Monday, 3. August 2009

Titisee-Neustadt - Die kurzfristige Umbesetzung der Schauspieler in der Aufführung "Jedermann", für die eigentlich Christine Neubauer vorgesehen war (wir berichteten), die aber stattdessen bei einer Pilawa-Show in Düsseldorf auftrat und für die 1500 Theaterfreunde Karten für die "Spiele am See" erstanden haben, hat jetzt offensichtlich ein juristisches Nachspiel: Thorsten Rudolph, Geschäftsführer der Hochschwarzwald Tourismus GmbH wandte sich jetzt in dieser Angelegenheit an den SÜDKURIER.

"Ich prozessiere gegen Christian Reinisch, den Geschäftsführer der Münchner Firma carpe artem, die den Jedermann vermarktet und mache Schadenersatz geltend", erklärte Rudolf, der sich von Reinisch "absichtlich getäuscht" sieht. Rudolph reagierte damit auf den Vorwurf enttäuschter Fans, die glauben, dass er schon vor vier Wochen erfahren habe, dass Christine Neubauer gar nicht in Titisee gastieren und deshalb auch nicht in der Rolle der Buhlschaft zu sehen sein werde. "Reinisch hat mit mir einen Vertrag geschlossen, obwohl er genau gewusst hat, dass Neubauer nicht kommt und er hat mich dennoch in diesem Glaube gelassen", zeigte sich Rudolph total enttäuscht über das Geschäftsgebaren von Reinisch. Dabei habe er schon mehrfach erfolgreiche Produktionen mit Reinisch gemacht und es sei dabei nie etwas unseriös gewesen, verwundert sich Rudolph. Das sei überhaupt die Basis, gewesen, warum er mit Reinisch auch weiterhin zusammengearbeitet habe, erklärte Rudolph weiter. Bereits im November 2008 sei er dann auch mit Reinisch so verblieben, dass der "Jedermann" in der Besetzung mit Neubauer am 11. Juli 2009 in Titisee gastiere. Zu der Pressekonferenz im Februar, bei der man dann an die Öffentlichkeit gegangen war, sei auch Christine Neubauer eingeladen worden. "Von Reinisch kam dann eine E-Mail zurück in der er mitteilte, dass sie aufgrund des Geburtstages ihrer Mutter nicht kommen könne und schickte stattdessen ihre gesamte Vita mit Fotos", informierte Rudolph, für den es damit sicher war, dass die Aufführung zustande kommt. "Danach folgten Diskussionen über den Preis, die Kutsche, die Bühne und nach umfangreichem Druck, kam dann am 19. Mai die von Reinisch unterzeichnete Vertragsschließung zustande, die dann von mir unterzeichnet am 26. Mai zurückgeschickt wurde", erklärte er weiter.

Für Verunsicherung bei Rudolph sorgte allerdings, dass ein mit dem SÜDKURIER avisiertes Interview mit Christine Neubauer am 16. oder 17. Juni nicht zustande kam. "Da wurde ich hellhörig und habe eine gute Bekannte gebeten, nachzuforschen, die dann herausgebracht hat, dass mit Christine Neubauer nie etwas vereinbart wurde", informierte Rudolph über das weitere Geschehen. Als er schließlich Reinisch damit konfrontierte, habe dieser behauptet, dass er an Rudolph am 1. Juni einen Brief geschrieben habe, der allerdings nie bei der Hochschwarzwald Tourismus GmbH angekommen sei. Darin werde vom folgenden Vertragspassus Gebrauch gemacht: "Der Vertragspartner erkennt folgendes an: Aufgrund globalen Wirtschaftskrisen kann es für Frau Christine Neubauer zu nicht vorhersehbaren und außerordentlichen Drehplanänderungen kommen, die einen Auftritt am 11.07.09 unmöglich machen. In diesem Fall wird die Rolle der Buhlschaft von einer anderen Schauspielerin übernommen". Weiter schreibt Reinisch, der nach Angaben von Rudolph nie Briefe schreibe, sondern immer nur über E-Mails korrespondiere: "Beim Vertrag 2009/111 - Jedermann am 11. 7. 2009 -Titisee-Schwarzwaldfestival, muss Frau Christine Neubauer, Rolle Buhlschaft leider von ihrer Drehklausel Gebrauch machen". In einem weiteren Brief, den Rudolph als sein Beweismittel dafür vorlegte, dass Neubauer von Reinisch nie für Titisee vorgesehen gewesen sei, schrieb die Filmproduktionsfirma, bei der die begehrte Schauspielerin derzeit einen Film auf der Insel Sylt dreht, in einem Brief vom 2. Juni an Reinisch: "Da Neubauer aus produktionstechnischen und nicht vorhersehbaren wirtschaftlichen Gründen gezwungen ist, auch am Wochenende zu drehen, müssen wir am 23., 26. und 27. Juni mit ihr drehen". Außerdem so Rudolph, habe Neubauers Ehemann und Manager Lambert Dinzinger bestätigt, dass seine Frau nie einen diesbezüglichen Vertrag unterschrieben habe und Reinisch bereits im Januar 2009 mitgeteilt habe, dass seine Frau keinen Termin wahrnehmen könne und wolle, weil sie drehe und sich auch nicht noch am Wochenende verpflichten wolle. "Für mich sind das alles Beweismittel, dass Reinisch genau wusste, dass es in Titisee keinen Auftritt der Neubauer geben wird", unterstrich Rudolph. "Ich glaube sogar, dass Reinisch zusammen mit verschiedenen Leuten am Chiemsee zusammenarbeitet, um mich an meiner neuen Arbeitsstelle im Hochschwarzwald unmöglich zu machen, zumal er mich sogar mit der Sache am Chiemsee erpresst hat und gesagt hat, dass er einen diesbezüglichen Artikel über mich dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Hochschwarzwald Touristik GmbH zusenden werde, damit ich meine Koffer packen könne", lässt Rudolph wissen, der betont, dass seine Unschuld am Chiemsee hundertprozentig geklärt werde. Dort wird ihm vorgeworfen, dass die dortigen Verluste der Seebühne Chiemsee auf sein Konto gehen.

 
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