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Akutkrankenhaus ist Ziel für Zukunft PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Angéle Kerdraon   
Monday, 3. August 2009

Hinterzarten - Die Földi-Klinik in Hinterzarten kann wieder darauf hoffen, doch noch Akutklinik zu werden. Die Földi-Klinik zählt zu den international renommiertesten Reha-Fachkliniken für Lymphologie, beschäftigt über 170 Mitarbeiter und bietet Platz für 152 Patienten. Bis zum ersten Gesundheitsreformgesetz 1989 war die Klinik ein zugelassenes Fachkrankenhaus.

Bei einem gemeinsamen Besuch der Parlamentarischen Staatssekretärin Marion Caspers-Merk und der Bundestagsabgeordneten Rita Schwarzelühr-Sutter (beide SPD), sorgten die beiden Politikerinnen, die sich für den Akutkrankenhausstatus der Földi-Klinik eingesetzt haben, gestern für einen Hoffnungsschimmer. "Wir haben die Zusage, dass ein MDK-Gutachten als Anfangsgrundlage für ein erneutes Aufnahmeverfahren erforderlich ist", informierte Caspers-Merk Klinikchefin Etelka Földi und forderte sie dazu auf, zu handeln. "Sie sollten jetzt auf die Kassen und den Medizinischen Dienst zugehen, ihr Leistungsprofil darlegen und darum bitten, die aktuelle Situation erneut zu überprüfen", appellierte Capsers-Merk an die Klinikleitung, die sich dem Gutachten mir Freude stellen möchte. Dabei erinnerte die Staatssekretärin des Gesundheitsministeriums daran, dass für die Krankenhausplanung ausschließlich das Land zuständig sei.

Im Vorfeld informierte Etelka Földi mit ihrem Klinikteam die beiden Politikerinnen über den schweren Stand der Lymphologie in der Medizin. "Die Lymphologie gehört in der Medizin immer noch zu den Stiefkindern, was ihre Bewertung und Anerkennung betrifft", bedauerte Földi und unterstrich ihre vergeblichen Bemühungen, die Anerkennung als Akut-Klinik zu erhalten. "Alleine in Deutschland gibt es aber fünf Millionen Menschen, für die Behandlungsbedarf besteht", untermauerte Földi die Behandlungsnotwendigkeit der an Lymphomen erkrankten Menschen. "Obwohl viele Menschen gerade nach onkologischen Erkrankungen auf eine fachkundige lymphologische Behandlung angewiesen sind, müssen sie verstärkt darum kämpfen, behandelt zu werden", sagte sie weiter. In diesem Zusammenhang informierte sie die Politikerinnen, dass dies besonders nach Krebserkrankungen, wie Brust-, Prostata-, Harnsblasen- oder Gebärmutterhalskrebs der Fall sei. Sogar schon Kleinkinder, aber auch Neugeborene können an einem Lymphödem leiden, weshalb in der Földi-Klinik auch Kinder behandelt werden. Lymphödeme, so Földi, seien aber auch bei alten Menschen ein Thema. Allerdings sei der Hauptanteil der in der Földi-Klinik jährlich 2000 stationär und 4000 ambulant behandelten Menschen an Krebs erkrankt, was einen Anteil von 50 Prozent ausmache.

"Der Hauptanteil sind Brustkrebserkrankte, die durch die Frauenselbsthilfegruppen eine große Lobby haben", unterstrich sie und bedauerte, dass dem Rest ein wenig die Kraft fehle, sich in Sachen Lymphödembehandlung durchzusetzen. Außerdem informierte die erfahren Ärztin und Lymphödemexpertin, dass man in der Lymphologie besonders bei angeborenen Lymphödemen auch gut vorbeugend behandeln könne, bevor sich ein Ödem manifestiere. "Hat es sich erst einmal manifestiert, dann ist die Prognose schlecht", unterstrich sie.

Kritikbedarf sieht Földi auch bei den Genehmigungsverfahren der deutschen Krankenkassen, die einer stationären Behandlung zustimmen müssen. "Patienten, die aus dem Ausland zu uns in die Klinik kommen, erhalten viel schneller die Genehmigung", verwunderte sich die Krankenhauschefin. So sei ein Patient mit einem offenen Lymphödem verstorben, weil er sechs Wochen auf die Genehmigung warten musste. Überhaupt erfordere die Behandlung lymphologischer Krankheitsbilder eine spezielle Krankenhausdiagnostik, wozu neben der spezifischen Behandlung wie die Lymphdrainage beispielsweise auch fachkundige Unterweisung der Pflege der Haut, das Wickeln und Bandagieren gehöre.

Bei einem Klinikrundgang führten Etelka Földi und ihr Ärzteteam die Politikerinnen auch in die modernen Operationsräume, die dem neusten Stand und der Anforderung einer lymphologischen Fachklinik entsprechen. "Bei uns können komplizierte lymphologische Krankheitsbilder im Rahmen der internistischen und operativen Versorgung behandelt werden", versicherte sie.

Nach dem Rundgang zeigten sich die beiden Politikerinnen überzeugt davon, dass die Klinik über das klassische Leistungsprofil einer Rehaklinik hinausrage und deshalb eine Genehmigung zur Akutklinik notwendig sei. Außerdem untermauerten sie, dass die Klinik mit ihren Beschäftigten, den Patienten und den Besuchern eine wichtige strukturelle Einrichtung sei, die für Arbeitsplätze und Beschäftigung sorge.

 
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