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Löffingen - Der Löffinger Falkner Franz Ruchlack (54) aus dem Schwarzwaldpark strahlt wieder. Er ist stolzer Besitzer eines Weißkopfseeadlerbabys mit dem Namen "Amrock", das er wie seinen Augapfel hütet und die Attraktion im Park ist. Jetzt sucht er einen Paten für seinen gefiederten Freund. "Dabei könnte ich mir durchaus einen Skispringer aus dem Schwarzwald vorstellen", verrät Ruchlack, der wie der deutsche Skispringer Martin Schmitt aus der Nähe von Villingen-Schwenningen stammt.
Bis vor kurzem sah man den Falkner selten lachen, doch jetzt sieht alles ganz anders aus, weil der weit über die Region hinaus bekannte Vogelliebhaber immer noch seinem alten Seeadler "Shila" nachtrauerte, die kein anderer seiner Greifvögel ersetzen konnte. Vor ziemlich genau vier Jahren raubte ein dreister Dieb einige seiner wertvollsten Greifvögel und seinen bestens eingeflogenen Weißkopfseeadler, der für ihn einen unermesslichen ideellen Wert besaß (wir berichteten mehrfach). Ruchlack machte sich damals sofort selbst auf die Suche nach seinem Liebling, fuhr in der Weltgeschichte herum und entdeckte seine Vögel und den Weißkopfseeadler in Belgien, wo sie ihre bei ihm im Schwarzwald angelernte Flugkunst, bei Flugvorführungen unter den Fittichen eines belgischen Falkners vorführten. Der Adler reagierte damals sofort auf seinen Zuruf. Aber gefälschte Papiere ließen eine Rückgabe an den rechtmäßigen Besitzer nicht zu. Auch der von Schwarzwaldparkbesitzer Ottfried Reichle ausgesetzte Finderdlohn von 5000 Euro brachte den wertvollen Vogel nicht zurück.
"Heute habe ich die Sache mit den geraubten Greifvögeln abgehakt und habe die größte Freude mit meinem Seeadler, der noch ein Baby ist", unterstreicht der Vogelflüsterer, der es sich nicht vorstellen könnte, ohne seine Tiere zu leben. Der geborene Vogelkenner fasziniert mit seiner Flugshow jeden, nicht nur die Parkbesucher, sondern auch die Menschen, die seine Flugvorführungen in der Umgebung von Löffingen besucht haben.
Dem kleinen Weißkopfseeadler hat er inmitten seiner Fluganlage im Löffinger Schwarzwaldpark einen Adlerhorst aus Tannenreisig gebaut, in dem sich der Kleine super wohl fühlt und neugierig in die Welt schaut. Sein Schnabel leuchtet gelb, sein Federkleid ist noch zart und seine Bettelschreie gleichen eher einem Vogelzwitschern als den stolzen Lauten eines Königs der Lüfte. Lediglich die schon jetzt ausgeprägten Fänge lassen erahnen, welche Kraft das Wappentier der Amerikaner einmal besitzen wird. Amrock, den Ruchlack "Knut des Schwarzwaldparks" nennt, zeigt keine Scheu und freut sich über das große Publikumsinteresse. "Das ist ja eine wirkliche Attraktion", freut sich eine Dame aus dem Ruhrpott begeistert über den noch jungen Adler, von dem sie den Blick gar nicht mehr abwenden möchte. Nur wenige seiner Bewunderer können sich vorstellen, dass der kleine Adler einmal ein großes stattliches Tier werden wird, das mit unbändiger Kraft Beute jagt. Schon bald ist der kleine Racker jedoch soweit, dass er von Ruchlack eingeflogen werden kann. Als Ruchlack den Weißkopfseeadler vom Heide Wildpark in den Schwarzwald holte, war er gerade mal 500 Gramm schwer und konnte noch nicht stehen. "Jetzt wiegt er schon über drei Kilogramm und kann schon mit den Flügeln ein wenig schlagen", freut sich Ruchlack über den sich zu einem Prachtkerl entwickelten Adler, der ausgewachsen über fünf Kilogramm wiegen wird.
Noch ist das Köpfchen dunkel und erst wenn der Kleine fünf bis sechs Jahre alt ist, bekommt er die für den Weißkopfseeadler so typischen weißen Federn. Dann besitzt "Amrock", genau wie seine anderen erwachsenen Artgenossen auch eine Flügelspannweite von mindestens 2,40 Metern. Noch wird es ein wenig dauern, bis der Schwarzwälder Adler flügge ist und seine einzigartige Flugkunst den Menschen im Park und in der Region vorführen kann. "Er kann noch nicht auf der Hand sitzen, weil er noch zu klein und schwach ist", erklärt Ruchlack. Doch schon bald wird Ruchlack zusammen mit seiner Falknerin Judith Müller den wunderbaren Vogel abrichten. Die Falknerin füttert den Kleinen zweimal täglich mit Rinderbrust und kleinen Küken. Noch ist der Adler ein Baby und braucht seine Ruhe. Doch bereits im August soll "Amrock" bei Flugvorführungen zu sehen sein.
Damit der Löffinger Falkner nicht wieder eine Überraschung erlebt, wurden jetzt Beobachtungskameras und Alarmanlagen installiert, damit Diebe keinerlei Chance mehr haben.
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