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Titisee-Neustadt - Während der Naturpark Südschwarzwald und die Hochschwarzwald Tourismus GmbH für den ersten "Naturpark Markt" am 20. und 21. Juni in Titisee-Neustadt in der gesamten Region die Werbetrommel rühren, sind die Wochenmarktbeschicker erbost, weil sie an diesem Wochenende ihre gewohnten Standorte verlassen müssen, um ihre Waren anzubieten.
Die Wochenmärkte in Titisee-Neustadt, Hinterzarten, Löffingen oder Lenzkirch sind für die Bevölkerung des Hochschwarzwaldes wichtige Einrichtungen, auf denen sie das ganze Jahr über ihre Produkte beim gewohnten regionalen Vermarkter kaufen können. Nicht immer ist es für die Gemeinden einfach, Händler zu finden, die das ganze Jahr über besonders in der oftmals bitterkalten Jahreszeit aushalten, um Woche für Woche ihre Waren feilzubieten. Die Mehrheit der Händler auf dem Neustädter Wochenmarkt ist ziemlich verärgert, weil sie am kommenden Wochenende ihren angestammten Platz verlassen soll. Sie fühlen sich vom geplanten "Naturpark-Markt", den die Hochschwarzwald Tourismus GmbH und der Naturpark Südschwarzwald in gemeinsamer Regie planen, ausgebotet. Der "Naturpark Markt", auf dem über 30 Händler die Vielfalt regionaler Produkte präsentieren, wird genau auf den Plätzen, wo sonst seit 30 Jahren die Wochenmarktbeschicker stehen, ausgerichtet. Die Händler, die seit Jahren treu Samstag für Samstag auf dem gewohnten Platz ihre Kunden bedienen und ebenfalls regionale Produkte anbieten, sollen an diesem Wochenende auf die Haslachbrücke ausweichen und fühlen sich brüskiert.
"Die meisten von uns werden an diesem Wochenende nicht auf dem Markt sein, weil wir erstens nicht an unserem gewohnten Platz stehen dürfen und weil wir zweitens anstelle unserer bisherigen niedrig gehaltenen Gebühren, dann auch noch 50 Euro Standmiete bezahlen sollen", ärgert sich der Löffinger Eier- und Nudelhändler Berthold Meister über diese Marktregelung. Nach Meisters Aussage besteht Lothar Burghardt von der Hochschwarzwald Tourismus GmbH, der die Bereiche "Gesundheit, Kulinarik, Wellness" betreut und den Markt organisiert, auf diese Regelung und dulde überhaupt keinen Kompromiss. "Ich stehe von Anfang an auf diesem Markt und an diesem Platz, das sind immerhin 30 Jahre und sehe nicht ein, dass ich hier nicht stehen soll", unterstreicht Meister weiter seinen Unmut über Burghardts unnachgiebige Haltung. "Unsere Kunden aus der Region wissen genau, wo sich unser Stand befindet und wenn ich einmal nicht an dem von ihnen gewohnten Platz stehe, kommen sie nicht mehr", befürchtet Meister und untermauert damit seine Weigerung, seine Waren an einem anderen als den von ihm und seinen Kunden gewohnten Standort anzubieten.
Erzürnt ist auch die Käsefrau Janette Ketterer, die seit neun Jahren neben Käse und Oliven einige andere Spezialitäten anbietet und bisher auf ihre Stammkundschaft zählen konnte. "Wir stehen immer hier, sogar im Winter bei eiskalten Minusgraden, was nicht gerade einfach ist und jetzt sollen wir, nur weil hier einmal im Jahr ein Markt ist, an einen anderen Platz", entrüstet sich die junge Frau über die Marktbedingungen des "Naturpark Marktes". In ihrer Enttäuschung hat sie sich an die beiden Stadträte Leopold Winterhalder und Doris Klüttermann von den Grünen gewandt, die zwar nichts mehr daran ändern können, aber die Beschwerden der Neustädter Wochenmarkt-Händler in der Gemeinderatssitzung vorbringen möchten.
Den Ärger der Händler gar nicht verstehen kann Lothar Burghardt. "Es sind nur ein paar wenige, die nicht kommen werden", ist er sich im SÜDKURIER Gespräch sicher. "Und Herr Meister ist sowieso von Anfang an dagegen gewesen", erklärt er weiter. Außerdem müssten nur diejenigen Händler einen anderen Standort einnehmen, die nicht beide Tage auf dem Markt sind. Den Beitrag von 50 Euro für beide Tage sehe er außerdem als nicht zu hoch gegriffen an, denn Auswärtige müssten sogar 100 Euro bezahlen, betonte Burghardt, der den "Naturpark Markt" als große Werbung für die Wälderstadt sieht, deren Innenstadt mit diesem Markt weiter belebt werden soll.
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