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Geschrieben von Angéle Kerdraon   
Wednesday, 17. June 2009

Löffingen - Die SPD Löffingen und ihr Fraktionsvorsitzender Georg Mayer sehen das Baarstädtchen als attraktive Wohnstadt und möchten diesen Status auch unbedingt erhalten. "In unserer bisherigen Gemeinderatsarbeit hatte deshalb auch vor allen Dingen das Landessanierungsprogramm, das Investitionen in Schulen, Sporthalle und Festhalle erlaubt, oberste Priorität", betonte Mayer im SÜDKURIER-Redaktionsgespräch.

Bereits vor vier Jahren habe man im Gemeinderat schon einmal einen Anlauf genommen, um die Festhalle zu sanieren. Dass jetzt durch das Konjunkturprogramm der Bundesregierung neue Möglichkeiten eröffnet werden, sieht SPD-Fraktionsvorsitzender und Stadtrat Georg Mayer als Glücksfall. Wenn die Bauvorhaben alle realisiert sind, wäre das für die Baarstadt eine große Verbesserung der schulischen und kulturellen Infrastruktur, die nach Mayers Ansicht mit der vorhandenen Grund- und Hauptschule, der Realschule und den Kindergärten in allen Ortsteilen, wichtig für die Entscheidung von Neubürgern ist, sich in Löffingen niederzulassen. Als weiteres Ziel im schulischen Bereich sieht die SPD das Angebot einer Ganztagesbetreuung, die aber nur durch das gemeinsame Mitwirken von Eltern, Lehrern und Gemeinde zu schaffen sei. "Die Bauvorhaben und ihre Finanzierung werden uns in den nächsten Jahren der Gemeinderatsarbeit begleiten", erklärte Mayer weiter.

Zur guten Infrastruktur zählt Mayer auch den eigenen Strom- und Wasserhaushalt, den Wald und das Kieswerk, das der Stadt Löffingen durch die daraus resultierenden Einnahmen einen Sonderstatus erlaubt, den andere Gemeinden nicht besitzen. "Hier wollen wir uns besonders für den Ausbau des Nahwärmenetzes einsetzen, um das Gas aus der Biogasanlage, das jetzt teilweise noch ungenutzt in die Luft strömt, zu nutzen", untermauert Mayer den Standpunkt der SPD.

Als besonders bedeutend betrachtet er die Arbeit auf dem Familiensektor, zu dem er auch die Bereitstellung von günstigem Bauland zählt. "Wir sind in der glücklichen Lage, in jedem Ortsteil günstiges Bauland anzubieten, was uns aber nicht daran hindert, die Baulücken in den Ortschaften zu schließen und zu appellieren, bereits vorhandenen Wohnraum zu nutzen", verdeutlichte er.

Nicht nachlassen möchte die SPD auch bei dem Bemühen, mittelständische Firmen nach Löffingen zu holen. "Allerdings sind uns zehn kleine Firmen mit zirka 50 sicheren Arbeitsplätzen lieber, als große Firmen, bei denen man nicht weiß, wie es weitergeht", unterstrich Bankkaufmann Klaus Kietruschat, der sich zum ersten Mal im Gemeinderat aufstellen lassen möchte. Ein wichtiger Punkt in der SPD-Gemeinderatsarbeit ist ein verbessertes Angebot im öffentlichen Personennahverkehr. "Hier sitzen wir mit den Bürgermeistern des Hochschwarzwaldes, die alle gemeinsam in Stuttgart vorstellig wurden, um die 3-Seen-Bahn und bessere Bahnverbindungen zu erreichen, in einem Boot. Auf jeden Fall wollen wir den jetzt vorhanden Status behalten und nach Möglichkeit noch erweitern", erklärt Mayer. Bisher habe man hierfür neben Konus und Wutachschluchtbus immerhin zirka 35000 Euro ausgegeben, die gut investiert seien.

Die Auslagerung des Bauhofs macht es möglich, dass sich künftig alles unter einem Dach befindet. Auch hier hat es lange gedauert, bis Nägel mit Köpfen gemacht wurden. "Bereits vor 25 Jahren wurde der erste Anlauf genommen", erinnert sich Mayer.

Noch keine konkreten Vorstellungen haben der Gemeinderat und die SPD-Fraktion, wie es mit den dann leerstehenden Gebäuden und dem dazugehörenden Areal weiter geht. "Vielleicht könnten wir etwas im Tourismusbereich machen oder es könnte eventuell auch einen Privatinvestor geben", ließ Mayer den weiteren Verwendungszweck offen. "Ich glaube, dass wird noch eine sehr spannende Sache, was wir da alles machen können und ich glaube, es könnte eine Chance zur Verbesserung der Innenstadt sein", ließ Gemeinderat Dieter Köpfler einfließen.

Auf keinen Fall wollen Mayer und seine Genossen auch künftig die gewachsenen Ortsstrukturen nicht vergessen. "Die Ortschaftsräte sind enorm wichtig, um dem Gemeinderat mitzuteilen, wo der Schuh drückt, damit die Anliegen der Ortsteile im Haushalt entsprechend berücksichtigt werden können. Außerdem wollen wir auf jeden Fall die Kindergärten und die Grundschulen in den Ortsteilen erhalten", sind sich Mayer, Köpfler und Kietruschat einig. Für Kietruschat, der eigentlich gebürtiger Neustädter ist und der seit mehreren Jahrzehnten in Löffingen wohnt, ist die Baarstadt eine neue Heimat geworden. "Ich verfolge die Gemeinderatsarbeit seit langem und stehe voll hinter dem, was Georg Mayer gesagt hat", erklärt er. Der 59-jährige Bankkaufmann und Vorsitzende der Löffinger SPD interessiert sich besonders für alles Finanzielle. Vor allem liegen ihm besonders das Schulthema sowie die Situation der älteren Menschen und Behinderten am Herzen. "Durch meine Enkelkinder bin ich ganz nah an den Problemen", versichert er. Außerdem unterstreicht Kietruschat, dass die Infrastruktur auch für Senioren und Behinderte stimmen muss. Sein weiteres Interesse gilt dem Öffentlichen Nahverkehr, den er als einen der Pluspunkte für die Stadt Löffingen als Wohnstadt ansieht. "Ich fahre jeden Tag zu meiner Arbeitsstelle nach Neustadt und finde es sehr angenehm, mit der Bahn dorthin zu gelangen", betont er.

Ein wachsames Auge werden die Genossen auch in Zukunft auf den Erhalt der Stadtwerke werfen. "Wir werden auf jeden Fall aufpassen, dass die Werke im Besitz der Stadt bleiben und das Heft nicht aus der Hand gegeben wird", blickte Mayer weiter in die Zukunft. "Für uns ist die Grundlage aller Maßnahmen eine ausgewogene Finanzpolitik mit sozial gerechten Gebühren und Ausgaben, bei der die Schlagkraft der Stadt jedoch gewährleistet sein muss", betonte der Fraktionschef, der mit seiner Fraktion gerade in der schwierigen momentanen Wirtschaftslage darauf achten wird, dass der Haushalt so geführt wird, dass man trotz der hohen Investitionen immer noch agieren kann.

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wahl.suedkurier.de

 
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